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Kühlere, trockenere Bekleidung für Fabrikarbeiter

Fabrikbedingungen wie übermäßige Hitze und anstrengende körperliche Tätigkeiten sind die Ursache für tausende hitzebedingte Erkrankungen jedes Jahr. Um dieses Problem zu mindern, entwickelten EU-geförderte Wissenschaftler Schutzkleidung, die voll und ganz den EU-Normen entspricht.
Kühlere, trockenere Bekleidung für Fabrikarbeiter
Arbeiter in vielen Fabriken Europas führen unter Bedingungen wie heißen Temperaturen oder Strahlungswärme täglich anstrengende körperliche Tätigkeiten aus. Die Unfähigkeit des Körpers, Temperaturen unter solch extremen Bedingungen über einen längeren Zeitraum zu regulieren, führt jedes Jahr zu tausenden Fällen von Wärmebelastung, von denen einige tödlich enden.

Nachdem die EU dieses Problem erkannt hatte, wurden zwei Richtlinien erlassen, die die Arbeitgeber verpflichten, ihren Angestellten in solchen Fällen Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen. Der Markt für Schutzkleidung florierte, da beinahe alle der 20.000 europäischen Firmen in diesem Sektor kleine und mittlere Unternehmen (KMU) waren.

Diese KMU sehen sich jedoch einer immensen Konkurrenz aus Asien gegenüber – die Importe stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich auf 34 % des Marktanteils, was einen Rückgang von 14 % im Hinblick auf die Arbeiter in der EU verursachte.

Europäische Forscher gründeten das Safe & Cool-Projekt, um neue und bessere Schutzkleidung zu entwickeln, die dabei hilft, sowohl Hitze als auch Feuchtigkeit vom Körper abzuziehen. Mit einem Flüssigkeitskreislauf soll der natürliche Blutfluss nachgeahmt werden.

Wissenschaftler entwickelten eine Schicht für das Wärme- und Feuchtigkeitsmanagement, die auf einem gestrickten (in kreuzweisen Reihen, und nicht wie bei gewirkten Stoffen in Längsrichtung), nicht entflammbaren, dreidimensionalen Abstandsgewirke mit einer Hydrogelpolymerschicht basiert.Die Neuheit bestand in der Kombination aus hydrophoben (wasserabweisenden) und hydrophilen (wasserfreundlichen) Fasern mit entsprechender Geometrie. Die hydrophoben Thermalfasern sind in Kontakt mit dem Körper, damit das Wasser abgewiesen und so ein Nässegefühl vermieden wird. Die hydrophilen Fasern wurden in den 3D-Stoff hineingearbeitet. Sie bildeten Kanäle, die die abgewiesene Feuchtigkeit aus der Nähe des Körpers ableiten.

Das gesamte Safe & Cool-System umfasst ein Schlauchsystem in Materialhohlräumen, das die übermäßige Wärme entzieht – genauso, wie es das Kreislaufsystem des Körpers macht.Die Konzepte von Safe & Cool haben das Potenzial, die EU-Wirtschaft zu fördern und gleichzeitig Fabrikarbeiter zu schützen, was wiederum zur Minderung der Versicherungs- und Gesundheitskosten führt. Die Vermarktung des Cool & Safe-Systems ist sowohl für KMU, die Schutzkleidung herstellen, als auch für Arbeiter, die einem langen Hitzekontakt und Schwerstarbeit ausgesetzt sind, von großem Vorteil.

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