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Optimierung der Jungfischproduktion

Im Rahmen eines europäischen Projekts mit Namen ALFA wurde ein hochmodernes automatisches System zur Kontrolle der wichtigsten variablen Parameter in der Lebendfutterproduktion für Fischzuchtanlagen entwickelt. Die Systeme wurden an die Bedingungen für die Aquakultur in Griechenland und Norwegen angepasst.
Optimierung der Jungfischproduktion
Fischzuchtanlagen liefern der Aquakultur-Industrie Jungfische (und Schalen- und Krustentiere). Sie sind aus wirtschaftlicher Sicht von Bedeutung, da sie Gelegenheit zur genetischen Verbesserung des Laicherbestands bieten, eine saisonunabhängige Produktion garantieren und die Abhängigkeit vom Fang frei lebender Jungfische verhindern.

Das Vorhandensein von Lebendfutterorganismen im Wasser ist für den Erfolg der Fischzucht ausschlaggebend. Futtermittel können den Nahrungsbedarf des Fisches nicht aufrechterhalten. Aus diesem Grund werden Mikroalgen in Aufzuchtanlagen gezüchtet. Zu den wichtigsten Parametern zur Regelung des Algenwachstums gehören Nährstoffe, Temperatur und Licht.

Da menschliche Arbeitskräfte kostspielig sind und leicht Fehler begehen, bestand das Ziel des EU-finanzierten ALFA-Projekts in der Entwicklung vollautomatischer Systeme: ein mit Strom betriebenes System für Nordeuropa und ein solarzellenbetriebenes System für eher südlich gelegene Länder.

Beide Photobioreaktoren wurden für das stabile Wachstum von Algen konzipiert, indem sie Licht spenden und andere Variablen einschließlich Nährstoffgehalt, pH- und Kohlendioxid-Wert im Wasser kontrollieren. Des Weiteren entwickelte das Projekt-Team ein neuartiges optisches Algen-Überwachungssystem zur Ermittlung der Qualität und Wachstumsrate der Algen.

Die Systeme gewannen durch verschiedene Ausstattungsgegenstände an Wert hinzu. Sie wurden mit einem neu entwickelten System zur ständigen Zucht von Rädertierchen (Continuous Rotifer Production System – CROPS) verbunden. Rädertierchen sind Zooplankton und aus diesem Grund eine zusätzliche Futterquelle für die Jungfische. Ein automatisches Erntesystem wurde ebenfalls integriert, sodass das Verbrauchsniveau des Algenfutters kontrolliert und beibehalten und der Überschuss gespeichert werden kann.

In Norwegen und Griechenland wurden zwei komplette Systeme in voller Größe aufgebaut und getestet. Es wurde nicht nur die Leistung bewertet, sondern auch Anpassungen vorgenommen, um entsprechend der lokalen Bedingungen optimale Ergebnisse zu erzielen. Die Daten wurden anschließend mit einem stochastischen Modell verglichen, in das die Zufallsvariablen miteinbezogen wurden.

Der Aquakultur-Sektor ist in der europäischen Wirtschaft von sehr großer Bedeutung, da er Arbeitsplätze und Gewinn verspricht und zum Erhalt der Fischarten beiträgt. Die Ergebnisse des ALFA-Projekts haben die Bedingungen der Lebendfutterproduktion für Fischzuchtanlagen optimiert und die Zahl erforderlicher menschlicher Arbeitskräfte reduziert.

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