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Ziel: Steigende Produktivität in der Kunststoffverarbeitung

EU-finanzierte Wissenschaftler haben Technologien entwickelt, mit denen der Durchsatz bei einem üblichen Kunststoffumformverfahren deutlich erhöht werden kann. Dies dürfte bedeutende Folgen für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dieses Sektors haben.
Ziel: Steigende Produktivität in der Kunststoffverarbeitung
Eine Leben ohne Kunststoffe ist heutzutage eigentlich undenkbar. Neben unendlich vielen anderen Anwendungen sind sie als Verpackungen für Lebensmittel und Getränke sowie als Gehäuse elektronischer Geräte in jedem Haushalt zu finden.

Reaktionsspritzgießen, Reaction Injection Moulding (RIM), ist ein gängiges Umformverfahren, mit dem Produkte aus Kunststoff hergestellt werden. Die Verbindungen werden beim Einspritzen in eine Form gemischt, in der sie vor der Entnahme aushärten.

Kunststoffe sind Polymere, lange Ketten aus miteinander verbundenen Untereinheiten (Monomeren). In herkömmlicher Form beginnt die Polymerisation, die zur Bildung von Polymeren führende chemische Reaktion, im Einspritzdüsenkopf, wobei die Verbindungen erstmal aufeinander treffen und vermischt werden, und setzt sich in der Form fort. Die Inmould-Zykluszeit beträgt dabei etwa drei bis vier Minuten.

Europäische Forscher entschieden sich dafür, die Wettbewerbsfähigkeit der KMU auf dem Gebiet des Reaktionsspritzgießens mit einer Verkürzung der Inmould-Zykluszeit bis auf etwa 45 Sekunden, was vier- bis fünfmal schneller als bisher ist, in Schwung zu bringen.

Das Konsortium entwickelte im Einzelnen dank der EU-Mittel aus dem Dynamic-Projekt neuartige Überwachungs- und Steuerungssensoren, um die Polymerisationsreaktion innerhalb des Mischers zu beschleunigen sowie die Viskosität des Polymers zu verringern und damit die Fließgeschwindigkeiten zu erhöhen.

Pilotstudien zeigten, dass das System vollständig in die vorhandenen Anlagen integriert werden kann. Die Begeisterung seitens der Partner-KMU sollte eine schnelle kommerzielle Ausnutzung der Konzepte aus dem Dynamic-Projekt erleichtern.

In der Umsetzung der neuen Technologie steckt das Potenzial, drastisch verkürzte Formzykluszeiten, geringere Klemmdrücke und einen reduzierten Energieverbrauch zu erreichen und dabei gleichzeitig den Maschinendurchsatz zu erhöhen, was mit einer erfolgreichen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der EU-KMU im RIM-Sektor einhergehen dürfte.

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