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FP6

SYNLET — Ergebnis in Kürze

Project ID: 43312
Gefördert unter: FP6-POLICIES
Land: Deutschland

Gegen die zelluläre Resistenz gegen Chemotherapie

Bei der computergestützten Biologie werden mithilfe von Computermodellen komplexe biologische Systeme untersucht. EU-finanzierte Wissenschaftler haben mit diesen Techniken zelluläre Mechanismen der Resistenz gegen Chemotherapie untersucht.
Gegen die zelluläre Resistenz gegen Chemotherapie
Krebs ist weltweit eine der Haupttodesursachen und die Sterblichkeit wird voraussichtlich weiter steigen. Trotz erheblicher Fortschritte bei den verfügbaren Behandlungsmethoden bleibt die Resistenz gegen die Chemotherapie ein großes Hindernis.

Bei Krebserkrankungen kommt es durch schnell proliferierende Zellen, die sich kontinuierlich zu neuen Tochterzellen teilen, zu einer Tumorbildung. Ähnlich wie Bakterien bei einer Ohrenentzündung gegen Antibiotika resistent sein können, können auch Tumore Resistenzen gegen Wirkstoffe haben oder entwickeln.

Die Resistenz kann bereits bei der ersten Behandlung auftreten oder sich im Laufe der Zeit entwickeln. Ein großes Problem dabei ist, dass der Tumor häufig nicht nur gegen den gerade eingesetzten Wirkstoff eine Resistenz entwickelt, sondern auch gegen neue Therapeutika mit unterschiedlichen Wirkungsweisen. Grundsätzlich entwickeln die Zellen Mechanismen, um dem Angriff bestimmter Wirkstoffe widerstehen zu können.

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Synlet ("Regulatory control networks of synthetic lethality") wollten europäische Forscher die zellulären Proteine charakterisieren, die an der Chemotherapieresistenz beteiligt sind. Mithilfe von computergestützten Methoden untersuchten die Wissenschaftler regulatorische Netzwerke sowie die Entwicklung emergenter Eigenschaften als eine Möglichkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit beizubehalten. Die allgemeinen Prinzipien und Techniken wurden dann auf den speziellen Fall von gegen Chemotherapie resistenten Krebszelllinien angewendet. Computergestützte Genomik lieferte Erkenntnisse zu den wichtigsten Proteinen für die Schutzmechanismen der Krebszellen.

Die Synlet-Forscher erprobten die entwickelten Hypothesen an genetischen Knock-out-Modellen, bei denen entsprechende Genexpressionen (und die von ihnen kodierten Proteine) manipuliert wurden.

Die Forschungsergebnisse könnten den Weg für eine genetische Re-Sensibilisierung von Zellen ebnen, die gegen zytotoxische Wirkstoffe resistent sind. Damit ließen sich die Überlebensrate bei Krebs und die Lebensqualität für Millionen von Krebspatienten weltweit verbessern.

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