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FP6

EUPRIM-NET — Ergebnis in Kürze

Project ID: 26155
Gefördert unter: FP6-INFRASTRUCTURES
Land: Deutschland

Optimierung der Forschung an nicht-menschlichen Primaten

Ein europäisches integriertes Projekt untersuchte die Infrastruktur der öffentlich geförderten Forschung an nicht-menschlichen Primaten. Hauptschwerpunkt des Projekts Euprim-NET war die Forschungseffizienz bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten für Erkrankungen wie Krebs und Hepatitis.
Optimierung der Forschung an nicht-menschlichen Primaten
Nicht-menschliche Primaten haben einen großen Stellenwert in der biomedizinischen Forschung, da sie genetisch eng mit dem Menschen verwandt und damit ein ideales Tiermodell für die genomische und biotechnische Forschung sind.

Die biomedizinische Forschung vermittelt ein vertiefendes Verständnis von Krankheiten und Organtransplantation, so befasst man sich in den Forschungszentren umfassend mit tierexperimentellem Arbeiten. Die Zentren verfügen über die nötigen Infrastrukturen und optimierte Bedingungen für die Haltung und Züchtung von Primaten.

Spezialisierte und hochkompetente Forschungsanlagen wurden eingerichtet, um den hohen ethischen Anforderungen an die Primatenforschung und der komplexen Primatenphysiologie gerecht zu werden. Um das Forschungsniveau weiter auszubauen, schuf das EU-finanzierte Projekt Euprim-NET ein Netzwerk für die öffentliche Förderung von Primatenforschungszentren.

Im Rahmen der integrierten Infrastrukturinitiative sollten Maßnahmen und Unterstützung für die Primatenforschung optimiert werden. Ziel von Euprim-NET war die Optimierung der Haltung und Züchtung von Primaten und die Standardisierung von Verfahrensweisen in der biomedizinischen Forschung. Unterstützt wurde dies durch die Einrichtung von Biobanken mit hochwertigem genetischen Material und Schulungen für Tierpfleger und Forscher, die sich mit Primaten beschäftigen.

Vier Netzwerkaktivitäten, länderübergreifende Aktivitäten und drei gemeinsame Forschungsprojekte sollten die Forscher ihren Zielen näher bringen. Ergebnis waren ein Handbuch zur Züchtung von Primaten, umfangreiche Schulungen, Seminare, Workshops und die Bereitstellung entsprechenden Schulungsmaterials. Für den länderübergreifenden Austausch von Forschungsergebnissen wurde die Plattform PRIMOCID eingerichtet, die die präklinische Forschung für chronische Immunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis fördert.

Euprim-NET unterstützte zahlreiche Maßnahmen gefördert, darunter die Entwicklung diagnostischer Tests für Polyomaviren, Herpes B und mehrere Retroviren. Kommerzielle Tests wurden auf ihre Spezifität und Sensitivität hin bewertet. In molekularen Analysen an Immungenen von Makaken wurde die Anfällgkeit gegenüber Krankheiten näher untersucht, was u.a. dazu beitragen kann, die Anzahl an Versuchstieren zu reduzieren.

Ein Telemetriegerät mit hoher Bandbreite wurde vorgeschlagen, um die räumliche Entfernung zwischen den einzelnen Laboren zu überwinden und per Fernsteuerung elektrophysiologische Versuche durchzuführen. Über drahtlose Breitbandverbindung werden dabei mittels ferngesteuerter Bewegung der Mikroelektrode neuronale Aktionspotenziale aufgezeichnet.

Euprim-NET verbesserte die Forschungsstandards für Nicht-Primaten und ebnete damit den Weg für wirksamere Medikamente und Behandlungsstrategien für Krankheiten, die mit hohen finanziellen Kosten verbunden sind, etwa neurodegenerative Erkrankungen und Krebs.

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