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FP6

PSX2 — Ergebnis in Kürze

Project ID: 44594
Gefördert unter: FP6-SOCIETY
Land: Italien

Bürger nehmen die biotechnologische Herausforderung an

Eine aktuelle Bestrebung, zivile Gesellschaften und die Biotechnologiebranche einander näher zu bringen, schafft mehr Teilnahmebereitschaft an der Gentechnikdiskussion bei europäischen Bürgern.
Bürger nehmen die biotechnologische Herausforderung an
Die Gesellschaft fühlt sich oftmals hilflos gegenüber den umstrittenen Biotechnologien, gentechnisch veränderten Pflanzen, Lebensmitteln und anderen Fragen. Das EU-finanzierte Projekt PSX2 soll die Zivilgesellschaft stärker in die neuen wissenschaftlich-technologischen Entwicklungen in diesem Bereich einbeziehen.

Um den Dialog zwischen der Gesellschaft und der Biotechnologiebranche zu fördern, hat PSX2 eine Plattform für den beiderseitigen Wissensaustausch und Diskussionen gegründet. Das Projekt richtet sich an Zivilorganisationen (CSOs) und andere Beteiligte in Österreich, Dänemark, Estland, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien. Zu den CSOs zählen Landwirtverbände sowie Organisationen für Umwelt, soziale Gerechtigkeit und der Kirche.

Um neue Hypothesen zu gewinnen, führte das Projektteam zahlreiche Interviews mit Beteiligten durch. Daraus wurde ein Handbuch veröffentlicht mit dem Titel 'Participation in science and scientific participation. The role of civil society organisations in decision-making about novel developments in biotechnologies' (Teilnahme an Wissenschaft und wissenschaftliche Beteiligung – Die Rolle ziviler Organisationen bei Entscheidungen über biotechnologische Entwicklungen). Als Grundlage dienten die Erkenntnisse aus Interviews und Fallstudien.

PSX2 hat festgestellt, dass die meisten CSOs am Dialog interessiert waren, dass ihnen jedoch die richtigen Werkzeuge oder Ressourcen fehlten. Die Interviews zeigten, dass CSOs ihre Beziehungen zur Wissenschaft neu ausrichten möchten, zumal die Politik die Beziehungen der Wissenschaft zur Industrie stärker fördert, wobei die Zivilgesellschaft teils vernachlässigt wird. CSOs wünschen sich zudem, dass der gesamte Entstehungsprozess wissenschaftlicher Innovationen erneut geprüft wird, um mehr Fairness und Transparenz zu schaffen.

Als Ergebnis dieser Beobachtungen forderte das Projekt, dass Beiträge der CSOs zur Biotechnologie frühzeitig in die Forschung einbezogen und in allen Phasen berücksichtigt werden. Es wurde betont, dass CSOs oftmals keine Möglichkeit zur sinnvollen Teilnahme sehen, sodass gemeinsame Initiativen zunächst in diese Richtung zielen müssen.

Tatsächlich könnte die Beteiligung der Zivilgesellschaft dabei helfen, im Vorfeld großer Investitionen Mängel oder Aufgaben der Biotechnologie aufzuzeigen. Dadurch würden zugleich kreativere Innovationen möglich. Das Projekt veröffentlichte einige Empfehlungen, um die CSO-Teilnahme in der Industrie zu stärken und in diesem kontroversen, aber wichtigen Bereich einen ganzheitlicheren Ansatz zu schaffen.

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