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Lösung von Küstenkonflikten

Die dicht bevölkerten Küstenregionen leiden an starker Umweltbelastung sowie an Konflikten zwischen Interessengruppen. Im Rahmen einer EU-Studie in 17 solcher Regionen in Europa und Asien wurden die kombinierten Auswirkungen modelliert und Lösungsansätze anhand alternativer Entwicklungsverläufe vorgeschlagen.
Lösung von Küstenkonflikten
Küstenzonen sind tendenziell beliebte, dicht bevölkerte Gebiete, die durch Arbeits- und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten noch weitere Menschen anziehen. In diesen Zonen entstehen daher auch eine höhere Umweltbelastung sowie Konflikte zwischen verschiedenen Parteien.

Das EU-finanzierte Projekt "Solutions for environmental contrasts in coastal areas" (SECOA) war darauf ausgerichtet, diese Konflikte zu bewältigen. Die Projektgruppe untersuchte acht Städte von internationaler Bedeutung sowie neun Gebiete von regionaler Bedeutung in Europa und Asien. Das elfköpfige Konsortium umfasste europäische Partner und jeweils ein Mitglied aus Israel, Indien und Vietnam. Das Projekt lief vier Jahre lang bis November 2013.

Die Forschung bestätigte den Klimawandel als eine der wichtigsten Herausforderungen für Küstenregionen. Dessen Folgen beinhalten Überflutungen durch den Anstieg des Meeresspiegels sowie häufigere und stärkere Überschwemmungen durch Sturmfluten und unwetterbedingte Niederschläge.

Die Projektwissenschaftler untersuchten außerdem die menschliche Mobilität in allen Formen und ihre Rolle beim Entstehen von Konflikten. Die Gruppe berücksichtigte unter Verwendung des DPSIR-Ansatzes alle Aspekte der Konflikte – umweltbedingte und soziale. DPSIR steht für Driving forces (Treibende Kräfte), Pressures (Belastungen), States (Zustände), Impacts (Auswirkungen) und Responses (Reaktionen), durch welche die Interaktionen zwischen Gesellschaft und Umwelt beeinflusst werden. Zudem wurde in der Studie ein umfassender Rahmen zur Konfliktbewertung ausgearbeitet.

DIE SECOA-Wissenschaftler bemerkten, dass keinerlei übergeordneter Plan für nachhaltiges Ressourcenmanagement und Konfliktlösung in urbanen Küstengebieten besteht. Pläne dieser Art sind wünschenswert. Pilotstudien zeigten den Wert von Konfliktlösung anhand einer Methodik zur Szenario-Erstellung, die Akteuren größere Zusammenhänge veranschaulichen und die Entscheidungsfindung unterstützten soll. Die Pilotstudien ergaben außerdem, dass die Öffentlichkeit sensibilisiert, Risikogruppen gestärkt und der Klimaschutz verstärkt unterstützt werden müssen.

Das Konsortium simulierte die Auswirkungen verschiedener Mechanismen des Küstenmanagements und informierte die Öffentlichkeit auf verständliche Weise über die Ergebnisse. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage eines Entscheidungshilfesystems für politische Entscheidungsträger. Das Team entwickelte noch ein weiteres Tool namens "Finger Prints", welches die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Komponenten eines Konflikts darlegt.

Das SECOA-Projekt sollte unser Verständnis der sozialen, wirtschaftlichen und umweltbezogenen Faktoren, die Konflikte in Küstenregionen beeinflussen, vertiefen. Diese Informationen könnten zur Entwicklung wirksamer Managementpläne und Grundsätze eingesetzt werden.

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Schlüsselwörter

Küste, Konflikt, Regionen, Bevölkerung, Umweltbelastungen, Europa, Asien, DPSIR, Resolution, Szenario-Erstellung
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