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Innovative Radiopharmazeutika für die Krebstherapie

Auf der Suche nach besseren Therapien entwickelten europäische Krebsforscher Radiopharmazeutika auf Basis Alphastrahlen-emittierender Radionuklide. Das Projekt TARCC zielte auf eine Therapieform ab, die tumor- bzw. ortsspezifisch Krebszellen abtötet und dabei das umliegende gesunde Gewebe schont.
Innovative Radiopharmazeutika für die Krebstherapie
Wissenschaftler erfrschen alternative Therapien, um die Erfolgsrate der Krebstherapien zu verbessern und die Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten zu senken. Optimalerweise sollte ein Krebsmedikament nur maligne Zellen abtöten, ohne gesunde Zellen zu schädigen.

In diesem Sinne entwickelte das EU-finanzierte Forschungsprojekt TARCC (Targeting alpha-particle emitting radionuclides to combat cancer) eine zielgerichtete Radionuklidtherapie (targeted radionuclide therapy, TRT) für Krebspatienten. Zum Einsatz kommen Alphastrahlen-emittierende Radionuklide (Actinium-225, Astatin-211 und Bismuth-212) sowie neuartige Methoden zur radioaktiven Markierung von Biomolekülen, etwa von Aminosäuren (Phenylalaninen), Peptiden (Somatostatin) oder Antikörpern. Genauere Details darüber sind auf der Projekt webseite.

Die neuen Radiopharmazeutika werden dabei an spezifische Rezeptoren und Bindungsstellen der Krebszellen dirigiert, anschließend werden in vitro zelluläre Aufnahme und Anreicherung evaluiert. Um die therapeutische Effizienz dieser Strategie in vivo zu ermitteln, wurden an einem speziellen Mausmodell Tumorwachstum und Gesamtüberleben beobachtet, ergänzt durch langfristige Toxizitätsüberwachungen.

Das effektiv im Tumorzellkern angereicherte radioaktiv markierte (Bismuth-213) Tumor-homing Peptid F3 erzielte beim Nacktmausmodell für Peritoneal-Karzinose (Bauchfellkrebs) therapeutische Wirkung. Ein weiterer Erfolg der TARCC-Strategie war das längere Überleben eines Myelommodells, das mit radioaktiv markierten Antikörpern gegen das Myelom-exprimierende CD138-Antigen behandelt worden war. Auf ähnliche Weise gelang es, bei Tiermodellen für Prostata-, Blasen- und Brustkrebs das Tumorwachstum zu stoppen und die Überlebenszeit der Tiere zu verlängern.

Detaillierte Dosimetriestudien, Schätzung der maximal verträglichen Dosis sowie radiobiologische Analysen für spezifische Radiopharmazeutika ergaben eine Reihe zytotoxischer Effekte im Vergleich zu Photonen oder Elektronen. Das Abtöten der Tumorzellen durch Alphapartikel war vom hypoxischen Effekt unabhängig. Alphapartikel erwiesen sich auch als effektiv gegen Krebsstammzellen mit nachgewiesenen Resistenzen gegen Chemotherapie und klassische Strahlentherapie.

Insgesamt zeigten die Ergebnisse von TARCC, dass Alpha-Radionuklide eine viel versprechende Alternative in der Krebstherapie sind, da weniger Nebenwirkungen auftreten, was sowohl die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessern als auch die Situation der Angehörigen erleichtern könnte.

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