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Die Bedürfnisse von Kindern in klinischen Studien

Eine Forschergruppe erhielt EU-Mittel aus einer Ausschreibung des Siebten EU-Rahmenprogramms, um die Bedürfnisse von Patienten im Rahmen von klinischen Studien zu identifizieren.
Die Bedürfnisse von Kindern in klinischen Studien
Im Rahmen des Projekts RESPECT ("Relating expectations and needs to participation and empowerment of children in clinical trials") wurden die Möglichkeiten zur Verbesserung der Auswahlverfahren für klinische Studien durch eine stärkere Einbeziehung von Kindern und deren Eltern untersucht. Angeregt von der europäischen Kinderarzneimittelverordnung von 2007 untersuchten die Teammitglieder die Gründe für die Teilnahme und erkundeten ein Empowermentmodell.

Um Gesundheitsleistungen zu verbessern und Kosten einzusparen, identifizierte man im Rahmen von RESPECT die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien, da diese im Zusammenhang mit klinischen Studien für neue Medikamente in Europa stehen. Weiterhin wurden Methoden zur Umsetzung dieser Anforderungen für die Einbeziehung und Motivierung der Teilnehmer zukünftiger klinischer Studien untersucht.

Dabei wurden drei Ziele verfolgt: Erstens sollte eine gemeinsame Verständigungsgrundlage aufgebaut werden, zweitens wurden verschiedene Ansätze und Verfahren zur Auswahl von Patienten für klinische Studien in verschiedenen medizinischen Bereichen und Bedingungen zusammengetragen und analysiert. Drittens wurden die Erkenntnisse aus dem Projekt verbreitet, um eine Debatte anzustoßen und die Umsetzung besserer Empowerment- und Auswahlmethoden zu fördern.

Dabei kamen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, um die derzeitige Sichtweise von Patienten in Europa auf klinische Studien zu analysieren; diese wurden nach spezifischen Gruppen und Projektanforderungen ausgewählt und angepasst. In Bezug auf die Teilnahme von Kindern und potenziellen Teilnehmern an klinischen Studien wurden Interviews und Umfragen zu Fallstudien geführt. Der Schwerpunkt lag auf qualitativ hochwertigen Daten zu den Gründen der Familien, warum sie ihre Teilnahme zugesagt und fortgesetzt haben.

Die Forschungen von RESPECT haben unser Verständnis der Bedürfnisse, Einstellungen, Erwartungen, Motivationen und wahrgenommene Hindernisse von Patienten in Bezug auf die Teilnahme an klinischen Studien verbessert. Eine Erkenntnis aus der koordinierten Maßnahme war, dass eltern- und kindfreundliche klinische Studien Partizipation und Transparenz wahrscheinlich erhöhen würden. In Hinsicht auf die Umsetzung dieser Veränderung spielen Patientenorganisationen eine Schlüsselrolle. Darüber hinaus stellte man fest, dass Zuwanderer aufgrund der Annahme, dass sie wegen ihres niedrigeren Bildungsniveaus Anweisungen nicht verstehen würden, häufig aus klinischen Studien ausgeschlossen werden. Dies zeigt, dass ein integrativerer Ansatz und die Bereitstellung von Kulturmittlung statt lediglich von Übersetzungsdiensten notwendig sind.

Die Bemühungen und Aktivitäten von RESPECT haben qualitativ hochwertige Forschungen geliefert, mit denen die Bedürfnisse und Motivationen von Kindern und deren Familien bei der Teilnahme an klinischen Studien identifiziert wurden. Eine stärkere Vernetzung und ein stärkerer und fruchtbarere Koordination der verschiedenen Akteure mit gleichberechtigten Rollen konnte realisiert werden. Davon profitieren sowohl die Forschung als auch Patienten. Die Projektergebnisse sind anwendbar auf alle Medikamente und alle Krankheiten, sie sind außerdem übertragbar auf klinischen Studien für Erwachsene.

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