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Neue Impfstoffe für durch Zecken auf Ziegen und Schafe übertragene Krankheiten 

Bei kleinen Wiederkäuern, wie Schafen und Ziegen sowie Hirschen und anderen verwandten Arten, kommt es häufig zu parasitären Infektionen, die durch Zecken übertragen werden. In einem kombinierten immunologischen, genomischen und vakzinologischen Ansatz untersuchten Forscher aus 11 Ländern Möglichkeiten, bestehende Impfstoffe zu verbessern und neue zu entwickeln.
Neue Impfstoffe für durch Zecken auf Ziegen und Schafe übertragene Krankheiten 
Verursacher der Piroplasmose (Theileriose und Babesiose) sind die einzelligen Parasiten Theileria lestoquardi, Theileria uilenbergi und Babesia ovis. Bei Schafen und Ziegen führt diese Infektionskrankheit zu Produktionsausfällen und mitunter gar zum Tod der Tiere.

Das EU-geförderte Projekt PIROVAC (Improvement of current and development of new vaccines for theileriosis and babesiosis of small ruminants) entwickelte wirksame Maßnahmen, um diese globale Bedrohung der Landwirtschaft zu bekämpfen. Neben sieben europäischen Ländern beteiligten sich auch Forscher aus Argentinien, China, Israel und der Türkei.

Ziel des Projekts war vor allem die Verbesserung bestehender Impfstoffe auf Basis abgeschwächter (attenuierter) Mikroorganismen. Ein attenuierter Stamm von T. lestoquardi kam dabei als möglicher Impfstoffkandidat in Frage. Die Partner führten umfangreiche Analysen durch, um immunogene Parasiten-Antigene zu identifizieren und sie in Bezug auf die Immunreaktionen, die sie induzieren, zu charakterisieren. Diese Ergebnisse sollten sich für die Entwicklung neuer Impfstoffe als von unschätzbarem Wert erweisen.

Nach Identifizierung mehrerer verwandter Gene wurden diese exprimiert, um polyklonale Antiseren herzustellen. Mit den Antiseren wurden Antigenität, Lokalisierung innerhalb von Parasiten/infizierten Zellen und die regulierte Expression rekombinanter Proteine untersucht.

Eine Sequenzierung der Parasitengenome und bioinformatische Analysen sollten Aufschluss über die Wirt-Pathogen-Interaktion geben. Dann folgten Ex-vivo-Experimente an Schaf-Zellinien, die die Beteiligung zwei verschiedener Arten von Blutzellen (B-Lymphozyten und Monozyten) an der parasitären Infektion enthüllten. Zytotoxische T-Lymphozyten vermittelten eine protektive Immunantwort gegen T. lestoquardi-Infektionen. Eine etablierte nPCR (nested Polymerase-Kettenreaktion) ermöglichte die effiziente Diagnose von Piroplasmose.

PIROVAC hat zum Verständnis der Wirt-Pathogen-Interaktionen beigetragen, die der Schlüssel zur Entwicklung einer nachhaltigen Therapie sind. Die Forscher entwickelten Werkzeuge für die Charakterisierung der angeborenen und der adaptiven Immunität kleiner Wiederkäuer, die ein integraler Bestandteil ihrer therapeutischen Strategie sind.

Die Veröffentlichung sollte alle wichtigen Kooperationen zwischen relevanten Akteuren befeuern. Dazu gehörten Projekttreffen, Austauschbesuche, Veröffentlichungen, Pressemitteilungen und Broschüren. Das Projekt hat auch eine große Konferenz zum Thema "Neue und wieder auftretende Epidemien, die die globale Gesundheit beeinträchtigen" mit organisiert, die 2012 in Orvieto, Italien, stattfand.

Zecken übertragen mehr mikrobielle und Protozoen-Erreger als jede andere Gliederfüßergruppe. Im Zuge der globalen Erwärmung steigen die Wahrscheinlichkeiten für die Übertragung von Krankheiten auf Mensch und Tier. Die Forschungsergebnisse von PIROVAC versprechen eine positive Wirkung auf die Kontrolle Wiederkäuerkrankheit zu haben, vor allem für ressourcenarme Bauern in halbtrockenen Gebieten.

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Schlüsselwörter

Vakzine, Zeckenkrankheit, Piroplasmose, gedämpft, Wirt-Pathogen-Interaktion
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