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Open-Access-Geschäftsmodelle im Blick

EU-finanzierte Forscher haben ein neuartiges Open-Access-Geschäftsmodell entwickelt, das einen kostengünstigen Weg zu neuen Produkten auf Grundlage neu aufkommender optoelektronischer Schaltkreise weist.
Open-Access-Geschäftsmodelle im Blick
Integrierte Schaltungen (Integrated Circuit, IC), gern auch als Chips oder Mikrochips bezeichnet, sind in unserer heutigen Welt allgegenwärtig. In diesen kleinen elektrischen Schaltkreisen sind Tausende bis Millionen elektrischer Bauteile (z. B. Widerstände, Kondensatoren und Transistoren) auf einem einigen Halbleiterwafer bzw. Chip untergebracht.

Entwickler und Ingenieure stellen nun integrierte Schaltungen her, die optische Bauteile enthalten. Diese integrierten Photonikschaltkreise (Photonics Integrated Circuit, PIC) könnten für die optische Kommunikation, optische Sensoren und weitere Anwendungen äußerst nützlich sein. Die stetig wachsende Nachfrage nach höheren Bandbreiten könnte mit diesen integrierten Photonikschaltungen befriedigt werden. Die Fertigungstechnologie und -ausrüstung ist jedoch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu unerschwinglich teuer, als dass sie deren Potenzial in vollem Umfang ausnutzen könnten.

Wissenschaftler riefen deshalb das von der EU finanzierte Projekt "European manufacturing platform for photonic integrated circuits" (EUROPIC) ins Leben, um ein völlig neues Geschäftsmodell zu etablieren, das die Kreativität der Forschungseinrichtungen, KMU und der Industrie fördern soll. Das Ziel bestand in der Reduzierung der Vermarktungskosten um den Faktor 10 oder mehr.

Die Wissenschaftler entwickelten durch intensive Erforschung und Entwicklung von Fertigungsmethoden und Hochdurchsatzverfahren eine übergeordnete Open-Access-Prozesskette. Diese ermöglichte die kostengünstige Fertigung von integrierten Photonikschaltkreisen auf Grundlage von Indiumphosphid aus einer kleinen Gruppe von Grundbausteinen. Die Demonstration seiner Realisierbarkeit basierte auf generischen Fertigungsanlagen an zwei Fertigungsstandorten der Industrie. Die Partner nutzten die Plattform zur Erschaffung neuartiger Produkte für zahlreiche wachsende Märkte. Zu den Produkten zählten faseroptische Sensoren, optische Schalter für Computer und Glasfasernetze für Telekommunikation, medizinische Anwendungen und Signalverarbeitung.

Die EUROPIC-Wissenschaftler begründeten die erste übergeordnete Fertigungsplattform für InP-basierte integrierte Photonikschaltkreise und entwickelten eine sehr solide Kundenbasis, die größtenteils aus KMU zur Entwicklung anwendungsspezifischer integrierter Photonikschaltkreise (ASPIK) besteht. Das Projekt hat damit in ein neues Zeitalter für integrierte Photonikschaltkreise eingeläutet und eine führende Rolle für die europäischen KMU übernommen.

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