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Verbesserung der nachgeburtlichen Versorgung in Afrika

Bildung und Weiterbildung von medizinischem Personal sind entscheidende Faktoren, um die Gesundheitsversorgung von Müttern und Neugeborenen in Afrika zu fördern. Ziel eines Gemeinschaftsprojekts zwischen der EU und Afrika war die Senkung des Krankheits- und Sterblichkeitsrisikos bei Müttern und der neonatalen Sterblichkeit in Afrika südlich der Sahara (SSA).
Verbesserung der nachgeburtlichen Versorgung in Afrika
Das Projekt ETATMBA (Enhancing Human Resources and Use of Appropriate Training for Maternal and Perinatal Survival In Sub-Saharan Africa) sollte die medizinische Versorgung, Leistungen und Ausbildung verbessern und Faktoren ausräumen, die das Sterblichkeitsrisiko bei Müttern und Neugeborenen erhöhen. Durch Förderung fachlicher Kompetenz in der Geburtshilfe und neonatalen Versorgung über praktische Kurse (Training on the Job) wurde eine effektivere und sicherere Verteilung von Aufgaben bei der Notfallversorgung von Müttern und Kindern gewährleistet, um Müttern in abgelegenen ländlichen Gebieten von Malawi und Tansania Zugang zu medizinischer Versorgung zu verschaffen.

Schwerpunkt war eine bessere klinische Versorgung durch Umsetzung von klinischen Leitlinien und Versorgungspfaden, eine strukturierte Ausbildung und innovative Schulungen für Assistenzärzte (non-physician clinicians, NPC). Auf diese Weise wären auch nach Projektende nachhaltige Verbesserungen im Gesundheitswesen sichergestellt und ausbaufähig. Die Unterstützung von NPC im Arbeitsumfeld umfasst die Erweiterung von Führungsqualitäten, die später auch der übrigen Belegschaft in den Distrikten vermittelt werden sollen. Entscheidend für diesen Prozess war die Betreuung durch lokale und internationale Mediziner.

Insgesamt nahmen 100 NPC an Schulungen zu Geburtshilfe und Neonatologie, Führungskompetenz und Verbesserung klinischer Dienste teil: 46 Assistenzärzte schlossen in Malawi mit einem anerkannten klinischen Geburtshilfezertifikat (BSc) ab und 54 NPC absolvierten einen 6-monatigen Lehrgang in Tansania. Das Programm umfasste qualitative und quantitative Bewertungsstudien, die die positiven Aspekte der Weiterbildung von NPC für die künftige Gesundheitsversorgung in SSA unter Beweis gestellt haben.

Die Ärzteschulungen von ETATMBA unterscheiden sich in mehrerer Hinsicht von anderen Projekten dieser Art: Mit der Erweiterung von Führungskompetenzen wurde entscheidend dazu beigetragen, Kapazitäten aufzubauen, Dienstleistungen zu verbessern und die Projektziele in beiden Ländern zu verwirklichen. Die Inhalte und Lehrmaterialien der BSc-Module stehen Ausbildern in Ländern mit niedrigem Einkommen kostenfrei zur Verfügung und sind unter Online abrufbar.

In enger Zusammenarbeit mit den Behörden im Gesundheitsministerium in Malawi und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales in Tansania wurden nationale Leitlinien überarbeitet. Dabei lag der Schwerpunkt weniger auf der Entwicklung neuer Leitlinien, sondern eher auf deren Umsetzung und Implementierung sowie geistigem Eigentum der Gesundheitsteams als Kernaspekt der klinischen Praxis. Ein wesentlicher Aspekt der NPC-Ausbildung war die Umsetzung bewährter Verfahren, die auf den jeweiligen Bedarf und die Kapazitäten beider Länder zugeschnitten waren.

ETATMBA trug viel zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Müttern und Neugeborenen in SSA bei, indem Ausbildung und klinische Leitlinien sowie Einbindung von Interessengruppen und Regulierungsbehörden verbessert wurden. Die Projektergebnisse wie auch die Resultate aus den qualitativen und quantitativen Studien sollen nun der Weiterentwicklung der NPC-Praxis dienen und eine hochwertige und nachhaltige nachgeburtliche Versorgung in Afrika sicherstellen.

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Schlüsselwörter

Muttergesundheit, perinatal, Gesundheitswesen, Afrika, nichtärztliches Klinikpersonal, Assistenzarzt
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