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Wasser aufbereiten – von innen nach außen

Die chemische Grundwasserwiederaufbereitung ist ein außerordentlich teurer und komplexer Prozess. Dennoch ist sie unabdingbarer Bestandteil der Umwandlung von Grundwasser in einen verwendbaren Rohstoff.
Wasser aufbereiten – von innen nach außen
Das EU-finanzierte Projekt "High efficiency in situ treatment technology for contaminated groundwater" (HEISTT) entwickelt ein innovatives Aufbereitungssystem für verunreinigtes Grundwasser, in dessen Rahmen wiederaufbereitende Chemikalien in den Untergrund geführt werden. Das Projektziel beruht auf der Beseitigung von kostenabhängigen Zugangsbarrieren für Interessenten, die eine oxidationsbasierte Wiederaufbereitung vor Ort einsetzen möchten.

Die vorgeschlagene Technik zielt auf die Entwicklung einer schnellen und hocheffizienten Methode ab, die die Ultraschallinjektion nutzt, um ein engmaschiges Brunnennetz zur Einzelgabe auszuheben. Die wiederaufbereitenden Chemikalien können dann über eine Art Socke aus durchlässigen Stoffen, auch Geotextilien genannt, in den Boden eingeführt werden.

Nach intensiver Literaturrecherche wurde der erste HEISTT-Prototyp gebaut. Bei Versuchen im Labormaßstab demonstriert er bereits einen geringeren erforderlichen Kraftaufwand bei der Einführung. Verbindet man den Prototypen mit einem Bagger bzw. einem auf einem Bagger installierten Vibrationsrammenkopf, kann man die notwendigen Löcher in noch kürzerer Zeit ausheben.

Die Fertigung der Geotextiliensocken gestaltete sich als kostenintensiv, sogar noch bevor diese gefüllt wurden. Das HEISTT-Team fand eine Lösung zu diesem Problem, indem es ein Geotextilien-Einführungssystem entwarf, bei dem das Geotextil während der Einführung zu einer Röhre geformt und in der erforderlichen Länge abgeschnitten wird. Dies führt nicht nur zu einer signifikanten Senkung der Herstellungskosten sondern geht auch mit einer geringeren Abfallentwicklung und niedrigeren Transportkosten einher.

Dank der besseren Verteilung der aufbereitenden Chemikalien wird das HEISTT-System höchstwahrscheinlich die chemische Installation des Wiederaufbereitungsprozesses beschleunigen und den Wiederaufbereitungsgrad erhöhen. Besonders wichtig dabei ist, dass hierdurch eine Kostenreduktion sowie eine einfachere und sicherere Installation erfolgen. All diese Faktoren werden diese Technik weiträumiger zugänglich machen.

Darüber hinaus ruht in der Technik auch das Potenzial inne, in anderen Situationen genutzt werden zu können, die nichts mit der Wiederaufbereitung zu tun haben: Hierbei wird zurzeit die Installation von Sonnenfarmen als möglicher Anwendungsbereich untersucht.

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