Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Erforschung neurodegenerativer Aspekte bei Parkinson

Die Krankheitsprozesse bei Parkinson (Parkinson's disease, PD) sind allgemein noch wenig erforscht. Ein neues EU-finanziertes Forschungsprojekt untersuchte daher Aspekte, die mit dem Abbau von Nervenzellen im Gehirn einhergehen.
Erforschung neurodegenerativer Aspekte bei Parkinson
PD ist eine der häufigsten neurodegenerativen Krankheiten und betrifft rund 4 Millionen Menschen weltweit. Sie verschlechtert nicht nur wesentlich die Lebensqualität, sondern verursacht auch hohe Kosten in der medizinischen Versorgung. Hauptmerkmal ist der fortschreitende Verlust von Neuronen, die das Hormon Dopamin (DA) im Gehirn freisetzen. Die genauen Prozesse dieser Degeneration sind aber noch unbekannt, und Heilungschancen oder wenigstens Strategien, den Krankheitsverlauf aufzuhalten, sind derzeit nicht in Sicht. Einige dieser Mechanismen waren nun Schwerpunkt des EU-finanzierten Forschungsprojekts MODIFYPD.

Frühere Studien zu PD zeigten, dass das selektive Absterben der Neuronen aus pathogenen Interaktionen zwischen dem Gehirnprotein Alpha-Synuclein (alpha-syn) und Dopamin herrührt. Erste Aufgabe von MODIFYPD war daher, zu testen, ob eine Steigerung oder Hemmung der Dopaminsynthese die Alpha-syn-Toxizität und Degeneration erhöht bzw. rückgängig machen kann. An einem Mausmodell für die Erkrankung wurde beobachtet, dass höhere Dopaminkonzentrationen zwar die Suszeptibilität für die Alpha-syn-Toxizität erhöhen, dies bei normalen physiologischen Konzentrationen aber nicht als Hauptursache in Frage kommt.

Eine weitere potenzielle Ursache der Neurodegeneration ist die chemische Veränderung (Phosphorylierung) der Alpha-syn-Aminosäure Ser129. Die MODIFYPD-Studie zeigte, dass erhöhte Konzentrationen des phosphorylierten Alpha-Synucleins die Dopaminaufnahme verändern, was indirekt oder in Kombination mit anderen Faktoren die Alpha-syn-Pathologie beeinflussen könnte.

Die Ergebnisse haben wesentlich dazu beigetragen, die zugrunde liegenden neurodegenerativen Mechanismen bei PD zu erhellen, sodass auf dieser Basis nun neue Therapien entwickelt werden könnten.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben