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Wiederherstellung von durch Parkinson zerstörte Nervenzellen

EU-Forscher konnten bedeutende Fortschritte bei der Analyse der biochemischen Prozesse erzielen, die für die Erzeugung und den Erhalt neuraler Stammzellen (NSC) bei der Wiederherstellung abgestorbener Nervenzellen von Parkinson-Patienten verantwortlich sind.
Wiederherstellung von durch Parkinson zerstörte Nervenzellen
Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen mit einer Prävalenz von 1 % bei der Population der über 65-Jährigen. Eines der Hauptmerkmale dieser Krankheit ist das Absterben von Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Substantia nigra des Gehirns.

Trotz ihrer potenziellen Fähigkeit zur massiven Selbsterneuerung findet bei neuralen Stammzellen in vivo nur in beschränktem Maße eine Zellteilung statt. Es ist unklar, wie die Größe des Stammzellpools und die Zellproduktion im adulten Gehirn reguliert werden. Die Stammzellforschung kann die Entwicklung krankheitsmodifizierender Therapien für die Parkinson-Krankheit in erheblichem Maße beeinflussen.

Forscher des "MOLPARK"-Projekts werden die Bedingungen untersuchen, die für die Herstellung und den Erhalt der Verbindungen dopaminerger Nervenzellen in der Substantia nigra als neue Parkinson-Therapie erforderlich sind.

"MOLPARK"-Wissenschaftler stellten fest, dass die Anzahl der Stammzellen im adulten Gehirn über den Histon-H2AX-Regulationsweg und den PIKK-Signalweg (PI3-Kinasen) reguliert werden kann.

Sie entwickelten ein neues Verfahren zur Identifizierung von Proteinkomplexen, die neben dem neu gebildeten Chromatin zur Replikation von Stammzellen verwendet werden. Diese Proteine tragen zur Aufrechterhaltung der genomischen Integrität bei, die für die Bewahrung der Stammzellenidentität von Nervenzellen von grundlegender Bedeutung ist.

Auch das Protein Brain-expressed X-linked 1 (Bex1) hat nachweislich Einfluss auf neurale Stammzellen. Das "MOLPARK"-Team entwickelte Bex1-Reagenzien und erforschte die für eine Stammzellenproliferation notwendigen Bedingungen.

Der Nervenwachstumsfaktor CDNF (Conserved dopamine neurotrophic factor) verhinderte die Degeneration dopaminerger Nervenzellen bei Nagetiermodellen. Bedeutsamerweise gab es keine Anzeichen von Toxizität, so dass nur wenige Nebenwirkungen während der Therapie auftraten. Das Team plant klinische Versuche, um die Wirksamkeit von CDNF bei Parkinson-Patienten beurteilen zu können.

Der Erfolg von "MOLPARK" schlägt sich in der Veröffentlichung von insgesamt 36 Publikationen in führenden Fachzeitschriften wie PLOS und Cell nieder. Dank der Forschungsleistungen des "MOLPARK"-Teams wurden maßgebliche Fortschritte in der Stammzelltherapie für Parkinson-Patienten erzielt, die der europäischen Pharmaindustrie und Parkinson-Patienten zugutekommen werden.

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