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FP7

MULTISENSORYSPACE — Ergebnis in Kürze

Project ID: 254446
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Niederlande

Die Geheimnisse des Erkennens

In einem komplexen Umfeld von Raum und Zeit helfen uns maßgeblich die visuellen und auditiven Signale, unseren Weg zu finden oder nach Objekten zu suchen. Eine Reihe von Experimenten in diesem Bereich hat neue Informationen erbracht.
Die Geheimnisse des Erkennens
Wenn wir unsere Schlüssel verlegen oder ein bestimmtes Restaurant suchen, fällt es uns oft schwer, unsere Schritte zurückzuverfolgen und sich daran zu erinnern, wo ein Objekt liegt oder wie man an einen Ort gekommen ist. Das EU-finanzierte Projekt MULTISENSORYSPACE ("Multisensory integration in the cognitive representation of space") untersuchte die Funktion des Gedächtnisses bei der Suche nach Objekten und Orten. Es wurden Experimente durchgeführt, um festzustellen, wie Menschen Position und Identität von visuellen, auditiven und taktilen Objekten verschlüsseln und sich daran erinnern.

Zunächst wurde untersucht, ob auditive Lokalisation unabhängig vom auditiven Erkennen ist. Man fand einen interessanten Zusammenhang zwischen den beiden Abläufen und schloss daraus, dass Merkmale mit einer klanglichen Identität automatisch verarbeitet werden, auch wenn die Aufgabe dies nicht unbedingt erfordert. Das Projektteam stellte auch fest, dass Informationen über die räumliche Herkunft eines Klangs aus der kognitiven Repräsentation herausgefiltert werden können, wenn sie nicht relevant sind.

Als nächstes untersuchte man die Beziehung zwischen Tasten und räumlicher Lage, indem Methoden, die zuvor für visuelle und auditive Kontexte verwendet wurden, angepasst wurden. Dies zeigte, wie das Gedächtnis bei der Verbindung von "Was" und "Wo" mit der Textur funktioniert.

Ein weiterer Teil des Projekts befasste sich in Tests mit interaktiven 3D-Labyrinthen mit der visuellen und auditiven Verarbeitung während der räumlichen Navigation. Interessanterweise stellte sich heraus, dass auditive Informationen zwar verwendet werden können, um durch eine virtuelle Umgebung zu navigieren, dass zusätzliche visuelle Informationen aber keine zusätzliche Hilfe bringen.

Schließlich führte das Team Experimente durch, um Raum und Zeit im auditiven und visuellen Gedächtnis zu betrachten. Die Informationen darüber, wo und wann etwas passiert ist, scheinen auf natürliche Weise miteinander verknüpft zu sein, aber nur wenige Studien haben sich mit diesem Zusammenhang befasst. Das Projekt untersuchte, ob die Lage der Objekte und ihre zeitliche Reihenfolge gemeinsam oder unabhängig voneinander verschlüsselt werden.

Diese Experimente können für die Entwicklung besserer Navigationswerkzeuge für Blinde sowie für die Verbesserung von Diagnose und Rehabilitation neuropsychologischer Störungen nützlich sein. Auch bei der Erforschung realer und virtueller multisensorischer Umgebungen können sie von Nutzen sein. Weiterhin soll die Studie die theoretische Debatte über kognitive Repräsentation von Raum bereichern.

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