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FP7

ERICARB — Ergebnis in Kürze

Project ID: 252446
Gefördert unter: FP7-PEOPLE

Die Rolle von Pilzen bei der Anreicherung von Kohlenstoff im Boden

Die Geschwindigkeit, mit der sich Kohlenstoff (C) in Böden anreichert, bestimmt wesentlich den Klimawandel und ob sich die Böden sich von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle verändern werden. Neue Forschungen haben Aufschluss über die Rolle einiger Pilze beim Abbau organischer Stoffe zu Bodenkohlenstoff gegeben.
Die Rolle von Pilzen bei der Anreicherung von Kohlenstoff im Boden
Einige endemische Arten im neuseeländischen Tongariro National Park werden durch eingeschleppte Pflanzen der europäischen Calluna vulgaris, besser als Besenheide bekannt, verdrängt. Die Pflanze ist Wirt von Mykorrhizapilzen, die bekanntermaßen eine wichtige Rolle beim Abbau organischer Stoffe im Boden spielen und somit zur Anreicherung von Kohlenstoff im Boden beitragen.

Das EU-finanzierte Projekt "Does plant C regulate the decomposition of soil organic matter by ericoid mycorrhizal fungi?" (ERICARB) untersuchte die Rolle dieser Pilze in der Invasionsökologie. Genauer gesagt waren die Projektziele die Charakterisierung der Reaktion ähnlicher einheimischer Pilze auf die Besenheide-Invasion und die Beurteilung des Einflusses der invasiven Pilze auf den Abbau von organischen Stoffen im Boden. Außerdem wollten die Forscher die belebten und unbelebten Faktoren beurteilen, die hinter Veränderungen des Abbaus stehen.

Die Projektbeteiligten sammelten Wurzelwerk von einheimischen und invasiven Arten in einem großen geographischen Gebiet und identifizierten mittels DNA-Analyse spezifische Pilzarten. Hieraus resultierte die erste Beschreibung dieser spezifischen Pilzgemeinschaften in Neuseeland.

Außerdem wurde im Rahmen von ERICARB ein System geschaffen, um die Abgabe des im Boden gebundenen Kohlendioxids (CO2) in die Atmosphäre zu analysieren. Dieses wurde verwendet, um zu beurteilen, ob die Wirtspflanzenart oder die Pilzart durch den Abbau des Kohlenstoffs im Boden beeinträchtigt wird. Die Forscher fanden heraus, dass Nährstoff- und Pflanzenkohlenstoffverfügbarkeit die Triebkräfte für den Abbau organischer Stoffe sind. Außerdem stellten sie fest, dass die Besenheide-Invasion in der Tat Veränderungen bei einheimischen Bodenmikroben und/oder in der Chemie verursachen kann.

Die Forscher gehen davon aus, dass mit ihren Daten die Modelle des Bodenkohlenstoff-Kreislaufs in Ökosystemen wie etwa Nadelholzwäldern in gemäßigten Zonen, Wäldern in borealen Zonen und Torflandschaften verbessert werden. Außerdem hoffen sie, dass andere Wissenschaftler und Naturschützer die Informationen verwenden können, um invasive Arten und ihre Symbionten unter Kontrolle zu halten.

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