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Kampf gegen Leberkrebs in Westafrika

Chronische Hepatitis B-Virusinfektionen (HBV) sind in Afrika der Hauptursache für das hepatozelluläre Karzinom (HZK), eine Form von Leberkrebs. Eine groß angelegte Fallstudie verfolgte das Ziel, unter Einsatz einer Screening- und Behandlungsstrategie in Westafrika (WA) die Bekämpfung von HBV zu verbessern, um damit die Inzidenz von HZK zu verringern.
Kampf gegen Leberkrebs in Westafrika
HZK ist die häufigste Ursache für Tod durch Krebs bei erwachsenen Männern in Afrika. Der Höhepunkt der Erkrankungen an diesem Krebs wird im Alter von 30 bis 50 Jahren erreicht. Für 60 – 80 % der Leberkrebsfälle sind HBV-Infektionen verantwortlich. HBV bedroht 250 Millionen Menschen weltweit und die Prävalenz der Infektion ist in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara besonders hoch. Das von der EU finanzierte Projekt PROLIFICA (Prevention of liver fibrosis and cancer in Africa) erkundete die für die Entwicklung von HZK verantwortliche Faktoren sowie öffentliche Gesundheitsstrategien zur Reduzierung der Anzahl der Todesfälle.

Die Ziele von PROLIFICA umfassten Früherkennung und Behandlung von HBV. Und man wollte beurteilen, ob damit die Entwicklung von HZK eingedämmt werden kann. Eine Ultraschalldiagnose früher, behandelbarer Tumoren ist dabei Teil des Projekts,

Die Studie bezog Patienten aus Gambia, Nigeria und dem Senegal ein. Im Rahmen des Projekts nutzte man biologische Proben, an denen proteomische, metabolomische und genomische Analysen durchgeführt wurden, um Biomarker für HZK zu identifizieren. Man entwickelte einfache HZK-Diagnosewerkzeuge und bewertete die selektive antivirale Therapien zur HZK-Prävention.

Die WA-Behandlungskohorten- (WATCH) und die HZK-Fall-Kontroll-Studien screenten und rekrutierten mehr als 10 000 Patienten. Sämtliche klinischen, Labor- und epidemiologischen Daten wurden zwecks weitere Analyse in einer Datenbank gesammelt.

Die Forscher verwendeten biologische Proben zur Durchführung metabolomischer Analysen und zur Ermittlung potenzieller Biomarker für Leberkrebs. Biomarker aus Urin- und Serumproben setzte man zum Screening und zur spezifischen Diagnose von HZK ein. Zur Immundetektion von HZK wandte man den Prototyp eines Vor-Ort-Diagnosesystems (Point-of-care) an.

Zur Bestimmung der HBV-Viruslast wurde ein quantitativer Polymerase-Kettenreaktionstest entwickelt und die europäischen Partner stellten das Ultraschall- und Leberbiopsiegerät für die klinische Diagnose von Leberkrebs in Gambia und Senegal. Die westafrikanischen Partner wurden in Histopathologie geschult, um die klinische Diagnose von Leberkrebs zu bestätigen und seine Erkrankungsstadien zu ermitteln.

Die WATCH-Studiendaten wurden dafür verwendet, ein Simulationsmodell der globalen HBV-Epidemie zu bevölkern, um die möglichen Auswirkungen von Interventionen im öffentlichen Gesundheitswesen abzuschätzen. Das Modell demonstrierte, dass die HBV/HZK-Mortalität nicht kontrolliert werden kann, ohne auf ein Screening und die in der WATCH-Studie dargelegte Behandlungsstrategie zurückzugreifen.

PROLIFICA hat vorgeführt, dass Screening und Behandlung von HBV in WA realisierbar und kostengünstig ist. Die Arbeit verdeutlichte, dass dieses Screening und die Behandlungsstrategie wesentliche Bestandteile jeglicher öffentlichen Gesundheitsintervention sind, um diese Infektion wirkungsvoll einzugrenzen.

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Schlüsselwörter

Hepatitis-B-Virus, hepatozelluläres Karzinom, Westafrika, PROLIFICA, HZK-Biomarker
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