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Langzeitfolgen einer Behandlung mit Wachstumshormonen bei Kindern

Kinder, die an einem hormonbedingten Minderwuchs (Wachstumshormondefizienz) leiden, werden häufig mit dem rekombinanten Wachstumshormon (GH) behandelt. Weltweit werden jedoch immer wieder Bedenken laut, dass eine GH-Therapie die Sterblichkeit im Erwachsenenalter erhöht, etwa durch Krebserkrankungen.
Langzeitfolgen einer Behandlung mit Wachstumshormonen bei Kindern
Das EU-finanzierte Forschungsprojekt SAGHE (Safety and appropriateness of growth hormone treatments in Europe) untersucht die langfristige Sicherheit und den Behandlungsbedarf im Zusammenhang mit einer GH-Therapie bei Kindern. Am multidisziplinären Gemeinschaftsprojekt SAGHE beteiligen sich pädiatrische Endokrinologen, Epidemiologen und Biostatiker.

Das SAGHE-Konsortium führte eine Meta-Analyse von Kohortenstudien durch, in die mehr als 25.000 junge europäische Erwachsene aufgenommen worden waren, die im Kindesalter mit GH behandelt worden waren. Zur Beurteilung der Folgen einer GH-Therapie wurden erbliche Faktoren (Größe und Krankheiten), Größe, verzögertes Knochenwachstum, GH-Dosierung und klinische Erkrankungen erfasst. Für Faktoren wie Langzeitmortalität und Krebserkrankungen wurden Krebsdatenbanken, nationale Sterberegister, Krankenakten und QoL-Fragebögen (zur Lebensqualität) recherchiert.

Die Wachstumsanalysen beruhten auf validierten Methoden wie Teilgruppenanalysen für Turner-Syndrom, GH-Defizienz und SGA (small for gestational age: klein bezogen auf das Reifealter). Unter Berücksichtigung sozialer und beruflicher Indikatoren (etwa sozioökonomischer und Bildungsstand der Eltern) stellte sich heraus, dass sich nur bei extremem Minderwuchs die Lebensqualität signifikant verbessert hatte.

Der in Frankreich durchgeführte Teil der SAGHE-Studie an Kindern mit idiopathischer GH-Defizienz, idiopathischem Minderwuchs und SGA, die mit rekombinanten GH behandelt worden waren, ergab eine signifikant erhöhte Mortalität bei einer Dosierung über 50 Mikrogramm/kg/Tag, für die vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Knochentumoren oder zerebrale Hämorrhagie verantwortlich waren. Diese Zusammenhänge wurden allerdings nicht in den SAGHE-Studien in Belgien, den Niederlanden und Schweden entdeckt, was auf unterschiedliche Datenquellen, Populationsgruppen und Klassifizierungen zurückzuführen sein könnte. Insgesamt bestätigten sich die Bedenken hinsichtlich der Langzeitfolgen einer hohen GH-Dosierung.

Die Forschungsergebnisse wurden auf der Webseite , Arbeitssitzungen, internationalen Symposien, in wissenschaftlichen Berichten, internationalen Workshops und Publikationen vorgestellt. Mit den Ergebnissen und Informationskampagnen kann das Projekt zur Entwicklung standardisierter evidenzbasierter Leitlinien für die Verbesserung von Behandlungskriterien, Sicherheit und klinischen GH-Therapien in der EU beitragen.

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