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CO2 sicher im Boden verwahren

Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) ist eine wichtige Strategie, um Kohlendioxid (CO2) zu reduzieren, vor allem wenn dieses aus Großkraftwerken stammt. EU-Forschung hat fehlende Best Practice-Richtlinien zur Verfügung gestellt, um die Langzeitsicherheit von Speicherstätten nach ihrer Schließung zu gewährleisten.
CO2 sicher im Boden verwahren
Mit CCS wird CO2 eingefangen, bevor es in die Atmosphäre freigesetzt wird. Nach der Abscheidung wird es in geologischen Formationen oder Reservoirs gespeichert. Es ist eine kurz- bis mittelfristige Lösung, bevor das langfristige Ziel eines Übergangs von der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu nachhaltigeren Energieformen erreicht werden kann.

Das EU-geförderte Projekt "CO2 site closure assessment research" (CO2CARE) Projekt entwickelte Technologien und Verfahren, um CO2-Speicherstätten sicher und zuverlässig zu schließen. Es wurde ins Leben gerufen, um Aufsichtsbeamten und Beteiligten die erforderlichen Kenntnisse für die Umsetzung der EU-Richtlinie 2009/31/EG über die geologische Speicherung von CO2 zu vermitteln.

Projektmitglieder erstellten pragmatische Empfehlungen in Form von Best-Practice-Richtlinien für das langfristige CCS-Management. Die Teilnahme von Partnern aus Australien, Kanada, Japan und den Vereinigten Staaten und die Daten aus laufenden und geschlossenen Standorten trugen zur Überwachungsdatenbank in diesem Bereich bei und stellen die Ergebnisse von CO2CARE in eine weltweite Perspektive.

Die Forschung konzentrierte sich auf Brunnenauflassung, Reservoir-Management und Risikominderung, um den Anforderungen hinsichtlich nicht erkennbarer Leckage, Übereinstimmung zwischen modellierten und tatsächlichen Standorteigenschaften und langfristige Stabilität zu genügen.

Die Team-Mitglieder erstellten einen Bericht, der Risikomanagement und Entscheidungsprozesse abdeckt. Sie haben auch Software entwickelt, um modellierte und gemessene Daten zu vergleichen. Es wurde eine Reihe von Untersuchungen über Felsen-Dichtungsverfahren durchgeführt sowie über chemische und physikalische Mechanismen des CO2-Trapping. Wissenschaftler modellierten CO2-Leckagen und Brunnenverhalten über lange Zeiträume - mehr als 10 000 Jahre -, um die Auswirkungen auf die Geologie der Umgebung zu bestimmen.

Die wichtigsten Ergebnisse der "Trockenübungen" aus drei Lagerstätten bieten eine Vorlage für das Schließen von Standorten und Übertragung der Verantwortung für Betreiber und Regulierungsbehörden. Technische Leitlinien zur Frage, wie die politischen Anforderungen der Europäischen Kommission zu erfüllen sind und allgemeinere Leitlinien zum Reservoir-Management und insbesondere zum Risikomanagement sind für EU-Richtlinien von unmittelbarer Bedeutung. Sie sind auch allgemein auf weltweite Speicheranlagen übertragbar.

CCS ist ein äußerst wichtiger Bestandteil bei der Bekämpfung des Klimawandels, aber die Verfahren für das langfristige Management sind nicht gut definiert. Die Erkenntnisse und Publikationen von CO2CARE liefern konkrete Leitlinien für die künftige Verwaltung der Kohlenstoffspeicherung.

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Schlüsselwörter

CCS, CO2, Lagerstätten, geologische Formationen, Standortschließungen
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