Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Verhinderung der Schadstofffreisetzung in das Leitungswasser

Im Lauf der Jahrzehnte können sich im Inneren von Wasserleitungen Rohrablagerungen und Korrosionsprodukte ansammeln und dadurch das Trinkwasser verunreinigen. Ein von der EU finanziertes Projekt untersuchte, ob bei alternden Wasserversorgungsystemen die Stabilität der in den Rohrleitungen enthaltenen Schadstoffe gefährdet und deren spontanes Lösen im Leitungswasser zu erwarten ist.
Verhinderung der Schadstofffreisetzung in das Leitungswasser
Auch der geringfügige Austrag von giftigen Spurenelementen wie Arsen (As) und Blei (Pb) in städtischen Trinkwasserverteilungsystemen (urban drinking water distribution system, UDWDS) ist für Leitungswasserverbraucher ein überaus wichtiges Thema. Auch wenn man mit dem Ersatz der alternden Wasserrohre diese Mängel in der Wasserqualität beheben kann, stellt diese Maßnahme doch eine extrem kostspielige Form der Intervention dar.

Das EU-finanzierte STACS-Projekt ("Stability of sorbed arsenic by pipe scales and biofilms in drinking water distribution systems") untersuchte deshalb clevere und nachhaltige Kontrolloptionen, um dieses Problem anzugehen. Im Zusammenhang mit der Schadstofffreisetzung in urbanen Trinkwasserverteilungsystemen begannen die Forscher mit dem Studium der Beziehung zwischen Rohrablagerungen, Biofilmen und Leitungswasserchemie.

Man ermittelte wichtige synergistische Auswirkungen von Rohrablagerungen und Biofilmkonglomeraten (SBC) auf die endgültige Wasserqualität. Dazu zählten Faktoren, welche die chemische Freisetzung von Rohrablagerungen aufgrund von Biofilmen, die an der Grenzfläche zwischen der Rohroberfläche und dem Wasser vorhanden sind. Die Wissenschaftler ermittelten gleichermaßen die synergistische SBC-Wirkung in Zusammenhang mit den erhöhten Freisetzungsraten an Krankheitserregern oder Giftstoffen in das Wasser, die aus mikrobiell verstärkter Korrosion an Rohrablagerungen herrühren.

Man prüfte Variablen der Wasserqualität und bewertete Haupteffekte und Wechselwirkungen für vier signifikante Variablen: Trihalogenmethane (THM), Halogenessigsäuren (HAA), Sulfat und Orthophosphat. Es wurden überdies Experimente durchgeführt, um die Wirkung von Desinfektionsmitteln auf die Arsenfreisetzung zu bewerten, die durch sich auflösende eisenhaltige Rohrablagerungen gesteuert wird. Hier stellte man wiederum fest, dass diese durch die THM- und HAA-Konzentrationen beeinflusst werden.

Die Resultate bewiesen, dass in den Mittelmeerländern im Sommer ein erhöhter Chlorierungsgrad die Entstehung hoher Konzentrationen an Desinfektionsnebenprodukten im Leitungswasser begünstigen kann, wodurch die Freisetzung von Arsen ausgelöst wird. Die Wasserverbände sollten daher diesen gefährdeten Gebieten oberste Priorität einräumen.

Die Arbeit von STACS wird zum Schutz der Trinkwasserqualität in den Städten der EU beitragen. Die Anstrengungen im Rahmen des Projekts werden mit der Verhinderung der Schadstofffreisetzung in das Leitungswasser letztlich die Menschen davor schützen, mit Giften belastet zu werden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben