Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Mit neuartiger Kunststofftechnologie erheblich weniger fossile Brennstoffe verbrauchen

Von der EU finanzierte Wissenschaftler haben innovative Lebensmittelverpackungsschalen mit drastisch verbesserter Funktionsleistung, Benutzerfreundlichkeit und verkleinertem Kohlenstofffußabdruck im Vergleich zum Marktführer entwickelt.
Mit neuartiger Kunststofftechnologie erheblich weniger fossile Brennstoffe verbrauchen
Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Lebensmittelverarbeitung sind zunehmend dem wettbewerbsorientierten europäischen und internationalen Markt ausgesetzt. Für Firmen ohne eingehende technische Fachkenntnisse stellt die Entwicklung besserer Lebensmittelverpackungs-Trays, die mit geringerer Umweltbelastung und niedrigeren Kosten punkten, eine schwer zu bewältigende Herausforderung dar. Das EU-geförderte Projekt RPET-FC ("Environmentally-friendly food-packaging tray with lower carbon footprint") vereinte fünf KMU und drei Forschungseinrichtungen, um diese Aspekte anzugehen.

Die Wissenschaftler entwickelten eine Schale aus recyceltem Polyethylenterephthalat (rPET), das im Vergleich zum Produkt des Marktführers in vielerlei Hinsicht besser abschneidet. Die Forscher erdachten drei verschiedenen Formulierungen. Eine von diesen enthielt 100 % Post-Consumer-rPET-Rezyklat. Eine weitere besteht aus 85 % Post-Consumer-rPET, das mit anderen Materialien coextrudiert wurde, um bessere Dichtungseigenschaften zu erreichen. Die dritte enthält 85 % mit anderen Bestandteilen coextrudiertes Post-Consumer-rPET, das verbesserte Gasbarriereeigenschaften (z. B. bis zu 70 % weniger Sauerstoffdurchlässigkeit und 50 % geringere Wasserdampfdurchlässigkeit) aufweist. Ferner nutzten die Forscher die Gelegenheit, um das Aufbringen eines natürlichen Antibiotikums/Antioxidationsmittels (Citrox) auf die Verpackung zu bewerten. Versuche wiesen eine erfolgreiche antimikrobielle Wirkung gegen ein breites Spektrum von sowohl gramnegativen als auch grampositiven Bakterien einschließlich Salmonellen, Escherichia coli und Campylobacter nach.

Auf dem Wege der Entwicklung neuartiger Werkzeuge zum rPET-Thermoformen und rPET-Formulierungen erzielten die Forscher um 75 % schnellere Geschwindigkeiten beim Thermoformen und eine um 90 % bessere Schnittgenauigkeit. Die Schalen sind außerdem aufgrund der besseren Materialverteilung 30 % leichter. Überdies erleichterte ihre Konstruktion das Stapeln mit hoher Geschwindigkeit, die Verpackung und den sicheren Transport von vielerlei Lebensmitteln. Im Ergebnis des Ganzen lieferten die Wissenschaftler ein hochwertiges Produkt mit deutlich geringerem Materialverbrauch, weniger Abfall und Energieeinsatz und somit einem um mehr als 80 % verkleinerten Kohlenstofffußabdruck.

Führende Unternehmen der Lebensmittelbranche brachten bereits großes Interesse zum Ausdruck. Je nach den angemeldeten Bedürfnissen planen die Partner zusätzliche Investitionen, um den Weg von einem Nischenmarkt zum europäischen Marktführer in der Fertigung innovativer rPET-Lebensmittelschalen zu finden. Das Patent und das aus der Arbeit abgeleitete Wissen wird man per Lizenz an die das Thermoformen anwendenden Verarbeiter weltweit weitergeben, um die Erfüllung der zukünftige Nachfrage sicherzustellen.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben