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Forschungszentrum für virtuelle forensische Genetik

EU-Forscher haben Verfahren und Infrastrukturen entwickelt und erweitert, die sich mit speziellen Szenarien im Zusammenhang mit der DNA-gestützten genetischen Identifizierung befassen. Zu den Anwendungen gehören Terrorismus, die Identifizierung von Katastrophenopfern, das organisierte Verbrechen und Gefahren für die öffentliche Sicherheit.
Forschungszentrum für virtuelle forensische Genetik
Die forensische Genetik ist ein äußerst innovatives Gebiet der angewandten Naturwissenschaften, das für die Sicherheit der EU-Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle spielt. Ein Einsatz von Genetikverfahren bei der Identifizierung von Straftätern und die Schaffung nationaler DNA-Datenbanken könnten jedoch Verletzungen von Datenschutzrechten nach sich ziehen. Auch Anwendungen wie der Einsatz von Genetik zur Prognose der sichtbaren Merkmale einer Person geben ebenfalls Grund zur Besorgnis.

Mit der Gründung des European Virtual Centre of Forensic Genetic Research nahm das Projekt EUROFORGEN-NoE (European forensic genetics Network of Excellence) die gesellschaftlichen, juristischen und ethischen Dimensionen der forensischen Genetik in Angriff. Dazu zählt eine virtuelle Ressourcenbank zu ethischen, juristischen und gesellschaftlichen Aspekten der forensischen Genetik, die eine Auswahl an Literatur zu Strategien und Praktiken beinhaltet.

Die Mitglieder des Konsortiums begründeten eine Fortbildungsinfrastruktur für forensische Genetik und entwickelten einen Lehrplan für postgraduale Weiterbildung. Für die Öffentlichkeit wurde eine Serie von Lehrvideos mit dem Titel „Forensic genetics explained“ (Forensische Genetik erklärt) produziert.

Mehrere neue Forschungspartner wurden einbezogen, und man erzielte bedeutende Fortschritte bei der modernen forensischen DNA-Analyse. Wichtige Durchbrüche waren die Vereinbarung über Botenstoff-RNA-Sätze, microRNA- und epigenetische DNA-Marker zur Identifizierung von menschlichen Körperflüssigkeiten und Geweben von Tatortproben.

Außerdem veröffentlichte EUROFORGEN-NoE ein Prototyp-Markerpanel zur Vorhersage der biogeografischen Abstammung eines unbekannten Täters, beispielsweise aus einer an einem Tatort gefundenen biologischen Probe, und durch Analyse eines aus der ganzen Welt stammenden Satzes von DNA-Proben, um seine Vorhersagekraft unter Beweis zu stellen.

Die Projektpartner entwickelten quelloffene Software zur Interpretation komplexer DNA-Profile, zur Simulierung forensischer Polymerasekettenreaktionsexperimente und zur Durchführung der Entfaltung komplexer Mischungen, um wahrscheinliche Profile aus Proben mit gemischten DNA-Spuren zu ermitteln. Sie führten auch das allererste „Audit on DNA legislation in Europe“ (Audit zur DNA-Gesetzgebung in Europa) durch und beschäftigten sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technik. Man verfasste einen umfassenden Bericht über die europaweite öffentliche Wahrnehmung der forensischen DNA-Analyse.

Die Aktivitäten des EUROFORGEN-NoE und des Virtual Centre verbesserten die Zusammenarbeit zwischen den relevanten wissenschaftlichen Arbeitsgruppen, Interessenvertretern und Endnutzern. Die Initiative spielte außerdem eine Schlüsselrolle bei der langfristigen Einbindung der Forschungsanstrengungen und gewährleistete eine hohe und nachhaltige Qualität der Untersuchungen, von welcher der europäische Sicherheitssektor profitieren wird.

Außerdem steht eine große Auswahl an Projektvideos zur Verfügung. Darunter folgende: International Dissemination Conference EUROFORGEN - Venedig, 23. Juni 2016 und
„Die Zukunft der forensischen Genetik in 180 Sekunden“. Es gibt auch Videos, die von den EUROFORGEN-Partnern produziert wurden und umfassende Fragen und Antworten liefern. Die EUROFORGEN-Partner produzierten außerdem eine Videoserie, die umfassend Frage und Antwort steht.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Security

Schlüsselwörter

Forensische Genetik, DNA-Phänotypisierung, öffentliche Sicherheit, EUROFORGEN-NOE, European Virtual Centre of Forensic Genetic Research
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