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Virusähnliche Partikel für die Impfstoffentwicklung

Virusähnliche Partikel (VLPs) ähneln Viren in ihrem Aufbau und ihrer Struktur, sind jedoch nicht infektiös, da sie kein virales Genmaterial in sich tragen. Die Bedeutung dieser Partikel als Werkzeuge wurde in der Impfstoffentwicklung verwirklicht, eine ganze Reihe kommerziell erhältlicher prophylaktischer Vakzine macht inzwischen von dieser Technologie Gebrauch.
Virusähnliche Partikel für die Impfstoffentwicklung
Das EU-finanzierte Projekt "Virus-like particles: The next step in gene therapy" (VLPSIRNA) untersuchte die Verwendung von VLPs zur Lieferung von Kohlenhydrat-Antigenen als Immunogene. Kohlenhydrate – auch als Glykane bekannt – sind auf der Oberfläche vieler Pathogene und bösartiger Zellen immer wieder zu finden. Ihre Nutzung als mögliche Impfstoffe wird durch ihre schwache Immugenität und die geringe Affinität zu Anti-Kohlenwasserstoff-Antikörpern behindert.

Um dies zu überwinden versuchten die Forscher von VLPSIRNA, die Immunogenität der Glykane durch Herstellung aus den grundsätzlich immunogenen VLPs zu erhöhen. Mit dem Potenzial, die Oberfläche der VLPs chemisch und genetisch zu manipulieren, bieten sie eine einmalige und robuste Plattform zum Optimieren der Impfstoffherstellung.

Die Plattform bakteriophager Q-Beta wurde genutzt, um einen wirksamen Impfstoff gegen die pathogenen Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) herzustellen. Genauer gesagt wurde die Oberfläche des Virus mit Zucker-Serotypen von Pneumokokken funktionalisiert, und ihre Immunogenität bei Mäusen beurteilt. Die erzeugte Immunantwort war signifikant höher als bei jeder anderen vorher getesteten Methode, wodurch die Wirksamkeit der VLPs als Polysaccharid-Impfstoffe bestätigt wurde.

Mit tumorassoziierten Antigenen wie dem Tn-Antigen konnte der VLP-Ansatz auf die Konzeption von Impfstoffen gegen Krebs ausgeweitet werden. Die Wissenschaftler verbanden dieses Antigen mit dem Cowpea-Mosaic-Virus (CPMV), einem Pflanzenvirus, und testeten die Immunogenität dieser Impfstoffformulierungen an Mäusen.

Zusammen unterstützen die Ergebnisse des VLPSIRNA-Projekts die Verwendung von VLPs als Immunogen-Träger in Impfstoffformulierungen, hauptsächlich zur Wirksamkeitsverstärkung von schwach immunogenen Antigenen, die Polysaccharide enthalten. Es wird erwartet, dass das Potenzial der generierten Plattform zur Entwicklung von Krebsimpfstoffen sofort klinische Anwendungen findet, beispielsweise zur Krebs- und Krankheitsprävention.

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