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Besseres Hören für Gehörlose

EU-Forscher haben die erste Signalverarbeitungsstrategie speziell für die Kombination eines Cochlea-Implantats (CI) mit einem Hörgerät entwickelt. Viele gehörlose Kinder und Erwachsene können potenziell von einer derartigen Sprachverbesserung profitieren.
Besseres Hören für Gehörlose
Ein CI ist ein kleines elektronisches Gerät, das bei Menschen, die gehörlos oder stark schwerhörig sind, einen geringen Teil des Hörvermögens wiederherstellen kann. Die meisten Menschen mit hochgradigem Hörverlust haben noch gewisses Restgehör und diese Wahrnehmung der Sprache kann leicht durch bimodale Stimulation verbessert werden.

Bei einer bimodalen Stimulation wird in das eine Ohr ein CI und in das andere ein Hörgerät, das die Töne verstärkt, eingesetzt. Bislang gab es keine einheitliche Strategie für die bimodale Sprachverarbeitung, die zu einer suboptimalen Leistung führt.

Hier will das von der EU finanzierte Projekt BSPS Abhilfe schaffen. Zu seinen Ziele gehörten die Verbesserung der Musikverständnis und Spracherkennung für bimodale Zuhörer. Die BSPS-Partnern entwickelten zwei unterschiedliche Signalverarbeitungsstrategien mittels Audio-Signalverarbeitung, um die Modulation zu erhöhen oder die Lautstärke zu verarbeiten.

Im letzteren Verfahren wird die Lautstärke der Audiosignale an den Mikrofonen der beiden Geräte, d. h. dem CI und dem Hörgerät, geschätzt, wie sie auch von einem normal Hörenden wahrgenommen wird. Dann wird die Lautstärke der elektrischen und akustischen Signale angepasst, damit der bimodale Hörer die gleiche Lautstärkeempfindung erhält.

Die Anwendung der von BSPS entwickelten Signalverarbeitungsstrategien sollte zu einer besseren Schallquellenlokalisierung führen. Diese Strategien könnten bei weit über der Hälfte der Patienten mit neuen CI, die über ein gewisses Restgehör verfügen, angewendet werden.

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