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Dokumentenfälschungen eliminieren

Die meisten wichtigen Dokumente sind leicht zu fälschen. Ein neues Authentifizierungssystem codiert den ursprünglichen Inhalt eines Dokuments und ermöglicht so die einfache und schnelle Erkennung von Änderungen.
Dokumentenfälschungen eliminieren
Es besteht dringender Bedarf an einem System zur Authentifizierung von Papierdokumenten und zur Erkennung nachträglicher Änderungen. Dies war das Ziel des EU-finanzierten Projekts "Secure imprint generated for paper documents" (SIGNED) . Die Initiative begann im Dezember 2010, lief für 24 Monate und brachte fünf europäische Partner zusammen. Das Projekt war darauf ausgerichtet, auf dem Dokument selbst aufgedruckte, zuverlässige Sicherheitsinformationen zu liefern.

Die Projektmitglieder wollten garantierte Integrität erreichen, sodass Änderungen an einem Dokument, die nach dessen Ausstellung vorgenommen wurden, mit absoluter Sicherheit erkannt werden können. Weitere Anforderungen waren die garantierte Authentizität, mit welcher der Empfänger eines Dokuments dessen Aussteller zuverlässig ermitteln kann, und die Nichtabstreitbarkeit, bei welcher der Urheber die Ausstellung des unterzeichneten Dokuments nicht leugnen kann.

Weitere Anforderungen beinhalteten die Erkennung von Änderungen mit hoher Zuverlässigkeit, ohne dabei legitime Verzerrungen fehlzuinterpretieren, die durch den Druck- oder Scanvorgang verursacht wurden. Des Weiteren musste das System auf jedes Dokument anwendbar und auch mit Standard-Büroausrüstung wie Faxgeräten kompatibel sein.

Bei diesem Ziel handelte es sich im Wesentlichen um eine Software-Herausforderung, die sich auf elf Erfolge bei fünf technischen Hauptzielen herunterbrechen lässt. Dem System liegt eine robuste Hashfunktion zu Grunde, die "higher density discrete wavelet transform" (HDWT, etwa "diskrete Wavelet-Transformation mit höherer Dichte") genannt wird. HDWT verwendet dichte, quadratische Punktmuster, die in die Ecke oder an den Rand von Dokumenten gedruckt werden, und in denen der gesamte ursprüngliche Inhalt codiert ist, einschließlich Text und Grafiken. Das gescannte Dokument wird von der webbasierten SIGNED-Software analysiert, wobei die Seite mit der codierten Information verglichen und Änderungen schnell hervorgehoben werden. Eine sekundäre Funktion ermöglicht das Erstellen und Einfügen der HDWT-Codes in Dokumente, wobei Standard-Open-Source-Software für Barcodes eingesetzt wird.

Das Team von SIGNED prüfte den System-Prototypen erfolgreich mit Druckern und Scannern verbreiteter Hersteller. Der Prototyp konnte die Wahrscheinlichkeitszielwerte für gescheiterte Erkennung und Fehlalarme erreichen, was bedeutet, dass das System tatsächliche Veränderungen erkennen kann, ohne falschpositive Ergebnisse zu liefern.

Die Auswirkungen des SIGNED-Projekts werden signifikant sein, wie das beachtliche Interesse an der Demonstration des Prototypen im Rahmen des IEEE-Workshops zum Thema "Information Forensics and Security" 2012 veranschaulichte. Die SIGNED-Technologien werden für beinahe jede Organisation anwendbar sein, die Papierdokumente sichern muss.

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