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Optimierte Chemikaliensicherheit in der EU dank integrierter Bewertung der Risiken für Mensch und Umwelt

Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts konnte ein Weg gefunden werden, wie die zwei getrennten Disziplinen der Risikobewertung in Bezug auf den Menschen und die Umwelt künftig in einen einzigen Ansatz integriert werden können.
Optimierte Chemikaliensicherheit in der EU dank integrierter Bewertung der Risiken für Mensch und Umwelt
Die Bewertung der Risiken für die menschliche Gesundheit basiert zwar auf dem gleichen Ansatz wie die Risikobewertung in Bezug auf die Umwelt, doch beide Bereiche wurden bisher als separate Disziplinen betrachtet. Um die Vision einer nachhaltigen und sicheren Verwendung von Chemikalien jedoch umsetzen zu können, und so die menschliche Gesundheit zu schützen und die Umwelt zu erhalten, ist ein innovativer und integrierter Ansatz für die Risikobewertung (Integrated Risk Assessment, IRA) erforderlich. Mit einem solchen Ansatz können die wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Anforderungen besser erfüllt werden.

Mit diesem Ziel vor Augen wurden für die EU-finanzierte Koordinierungsaktion HEROIC (Health and environmental risks: Organisation, integration and cross-fertilisation of scientific knowledge) neun Partner aus sieben Ländern zusammengebracht, die Interessengruppen eine Netzwerkplattform bereitstellen sollten, um ihnen den Zugriff auf Daten und relevante, aktuelle Informationen zu gemeinsamen Ansätzen zu erleichtern.

Mit dem Projekt sollten drei spezifische Ziele erreicht werden. Eines davon war die Tools und Methoden beider Disziplinen zu harmonisieren, indem die Forscher untersuchten, inwieweit Daten zu Gefahrenstoffen und Expositionsdaten sowie die zugehörigen Modelle für beide Disziplinen genutzt werden können. Ein weiteres Ziel von HEROIC war es, integrierte Ansätze zur Risikobewertung zu entwickeln, die möglicherweise auf alle Chemikalienklassen angewandt werden können. Darüber hinaus beabsichtigten sie, die Verständigung und Zusammenarbeit unter den Interessensvertretern zu fördern.

Die Forscher haben zunächst herkömmliche Risikobewertungsansätze analysiert, um die allgemeinen Anforderungen an Daten, sektorbezogene Prozesse und den rechtlichen Rahmen in Bezug auf sechs Chemikalienkategorien zu bestimmen. Dank dieses Vorgehens konnten sie ermitteln, wo Verbesserungspotenzial lag und wo Lücken in den Daten zu Gefahrenstoffen sowie den Expositionsdaten bestanden. Zudem konnten sie die bei den derzeit verwendeten Modellen auftretenden Probleme minimieren.

Die ersten Erkenntnisse wurden bei einem Workshop im Jahr 2012 diskutiert, und im Jahr 2013 wurde eine Abhandlung veröffentlicht, in der die Ziele des HEROIC-Projekts hinsichtlich des integrierten Ansatzes für die Risikobewertung (IRA) präsentiert wurden. In dem im April 2015 veröffentlichten Whitepaper zum HEROIC-Projekt finden Sie nähere Informationen zu den vom Team vorgelegten Plänen dazu, wie der integrierte Ansatz zur Risikobewertung als klassisches Regulierungsinstrument eingeführt werden kann.

Im Rahmen des HEROIC-Projekts wurde zudem die Online-Informationsplattform Tox-Hub entwickelt, die Zugriff auf relevante toxikologische und ökotoxikologische Daten und Informationen von zertifizierten Quellen bietet. Tox-Hub wurde im Juni 2014 zusammen mit einem kostenlos erhältlichen Benutzerhandbuch veröffentlicht.

Die Entwicklung und Einführung eines neuen und integrierten Ansatzes zur Risikobewertung von Chemikalien muss ohne Zweifel von einem kontinuierlichen Austausch zwischen allen Interessensvertretern begleitet werden, und wird zudem eine Änderung der Richtlinien und Regulierungen bedingen. Dank des HEROIC-Projekts sind wir auf dem Weg zur Umsetzung dieser Ziele einen großen Schritt weiter.

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Schlüsselwörter

Bewertung der Risiken für die menschliche Gesundheit, Bewertung der Risiken für die Umwelt, integrierte Risikobewertung, Richtlinien und Regulierungen, Chemikaliensicherheit, Expositionsdaten, toxikologisch
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