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Nachhaltige Bewirtschaftung der borealen Wälder

Die borealen Wälder des nördlichen Eurasiens stellen eine wichtige und unersetzliche Ressource für die EU und die Russische Föderation dar. Eine gemeinsame Initiative wurde durchgeführt, um Werkzeuge für ihre nachhaltige Bewirtschaftung und Wiederherstellung zu entwickeln.
Nachhaltige Bewirtschaftung der borealen Wälder
Ein detailliertes Verständnis der alten Wälder ist entscheidend für ihre angemessene Bewirtschaftung und die Entwicklung von Schutzstrategien. Das Ziel des Projekts 'Resilience and stability in developing tools for sustainable forest management and restoration' (RESTORE) war es, neue nachhaltige Managementwerkzeuge für boreale Regionen auf der Grundlage der Schwellenwerte zur Belastbarkeit zu entwickeln. Die Wissenschaftler untersuchten die biologische Vielfalt in unberührten borealen Wälder in der Russischen Föderation und wandten dieses Wissen anschließend in einem europäischen Kontext an.

Die russischen Daten wurden mit den Daten für bewirtschaftete boreale Wälder in Finnland kombiniert. Diese einzigartige Datenmenge umfasste einen Gradienten von unberührten intensiv bewirtschafteten Wäldern. Die Ergebnisse wurden für die Abschätzung der Widerstandsfähigkeit und Stabilität in borealen Waldökosystemen eingesetzt, wozu Biodiversitätsindikatoren verwendet wurden und um Instrumente für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Wiederherstellung zu entwickeln. Die Forscher verwendeten neue mathematische Formeln und Modelle, um die Forschung zu europäischen borealen Wälder zu definieren und die kurz- und langfristigen Erneuerungsziele zu formulieren.

Die Projektpartner fanden heraus, dass zerfallende Baumstümpfe langfristige Kohlenstoff- und Nährstoffpools sind. Sie dienen auch als Stickstoff- und Phosphorsenken und besitzen das Potenzial, ihre Auswaschung in das Grundwasser und Gewässer nach dem Baumschlag zu verringern. Daher könnte die Entfernung von Baumstümpfen für die Bioenergieproduktion den Nährstoffgehalt und Nährstoffkreislauf in borealen Wäldern erheblich beeinflussen.

Die Forscher untersuchten auch die Auswirkungen der Holz- und Waldchipproduktion auf das Volumen und den Zerfall von Totholz (CWD) und epixylische Arten, die auf morschem Holz leben. Die Qualität des CWD veränderte sich dramatisch als Folge der Stumpfernte, und es wurde eine verringerte Abdeckung und ein geringerer Artenreichtum in allen epixylischen Gruppen festgestellt.

Außerdem hatte die Stumpfernte eine verheerende Wirkung auf die Menge und Artenvielfalt von Moosen und anderen Bryophyten. Experimente zeigten, dass totes Holz und kontrolliertes Abbrennen eine positive Wirkung auf die Vielfalt der Pilzarten hat und sich als nützliche Werkzeuge für die Wiederherstellung und Erhaltung der biologischen Vielfalt in bewirtschafteten borealen Wälder erwiesen haben.

RESTORE unterstrich die Botschaft, dass die Waldbewirtschaftung die Nachfolge und natürliche Störungen wie Brände und Windwurf emulieren sollte. Das Projekt bietet große Vorteile für die EU und die nationalen Politiker, Förster und Waldbesitzer, Naturschützer und Nicht-Regierungs-Organisationen in Europa und in Russland.

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