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"Intelligente" Krankenhausbetten für bettlägerige Senioren

Innovative Krankenhausbetten, die auf minimale Körperbewegungen reagieren, könnten älteren Menschen helfen, sich leichter zu drehen und damit auch das Pflegepersonal entlasten, da diese Tätigkeit nicht nur anstrengend ist, sondern auch Kosten verursacht.
"Intelligente" Krankenhausbetten für bettlägerige Senioren
Bis zum Jahr 2040 wird jeder vierte Europäer älter als 65 Jahre sein, was mit einer höheren Inanspruchnahme von medizinischen Pflegeeinrichtungen und Pflegerpersonal einhergeht. Da aber auch Krankenpfleger in die Jahre kommen, steigt der Bedarf an unterstützenden Mobilitätssystemen, damit sie noch lange einsatzfähig bleiben. Zu den größten Problemen in Krankenhäusern zählt das Umlagern bettlägeriger und bewegungsunfähiger Patienten in ihren Betten, was nicht nur ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Patienten, sondern auch zeitaufwändig für das Personal ist, das zudem oft über Rückenschmerzen klagt.

Das EU-finanzierte Forschungsprojekt 'Easy positioning of in-bed patients with reduced mobility' (EPOSBED) sollte diese Hürden überwinden und entwickelte ein Krankenhausbett mit automatischer Positionierung, das durch intelligente Software gesteuert wird und dem Patienten ermöglicht, das Bett mit minimalen Körperbewegungen in die für ihn passende Lage zu bringen. Für die Technologie ist ein Netzwerk von Sensoren in die Matratze eingebettet, das den Druck überwacht und kontinuierlich Rückmeldung an die Software gibt. Sobald sich der Patient leicht bewegt, "versteht" das Bett die gewünschte Anweisung. Ein neues Bettgestellkonzept sollte das System ergänzen und es als umfassende Lösung präsentieren.

Profitieren können nun vor allem Patienten mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit in öffentlichen und privaten Krankenhäusern, aber auch in Seniorenwohnheimen und im eigenen Zuhause. Die Technologie ist der Auftakt für eine ganze Produktpalette mit unterschiedlichsten Eigenschaften und Preisen. EPOSBED ist inzwischen als Markenname geführt, weitere Informationen und ein Demonstrationsvideo sind über die Projektwebseite abrufbar.

Da 85% der Pflegekräfte im Laufe ihres Berufsleben Rückenschäden erleiden, fallen in europäischen Krankenhäusern Kosten in Höhe von 6 Mrd. EUR durch Lohnausfall an. Deshalb ist diese Lösung nicht nur für Patienten und Pfleger optimal, sondern kann auch die Medizinbranche insgesamt entlasten. Es stärkt die Spitzenstellung Europas in diesem Bereich und ist ein Beitrag, sich auf die kommende Überalterung der Gesellschaft vorzubereiten, damit auch Senioren in der EU komfortabler leben können.

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