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Typ-2-Diabetes mellitus - Arzneimittelsicherheit und Überwachung

Weltweit leiden mehr als 366 Mio. Menschen an Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM), der mit Herz-Kreislauf-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenerkrankungen in Zusammenhang steht. Europäische Forscher untersuchten nun Nebenwirkungen von T2DM-Medikamenten und werteten hierzu Daten aus Studien der letzten 10 Jahre mit 1,8 Mio. Diabetespatienten aus.
Typ-2-Diabetes mellitus - Arzneimittelsicherheit und Überwachung
Derzeit wird T2DM mit Inkretin-Wirkstoffen, Amylin-Analoga und Thiazolidindionen (TZD) behandelt, obwohl die damit verbundenen Risiken noch nicht ganz geklärt sind. Das EU-finanzierte Projekt SAFEGUARD (Safety evaluation of adverse reactions in diabetes) führte daher an T2DM-Medikamenten langfristige Nutzen-Risikoanalysen durch.

SAFEGUARD ist ein multidisziplinäres Konsortium aus 14 Partnern in neun Ländern. Es bringt Pharmakoepidemiologie, Pharmakovigilanz, Pharmakologie und Diabetesforschung zusammen und wird bei der Durchführung epidemiologischer Studien von Klinikärzten und Statistikern begleitet.

In dem bislang größten Projekt zur Sicherheit von Diabetesmedikamenten wurden Daten zu zehn verschiedenen Nebenwirkungen bei mehr als 30 nicht insulinbasierten glukosesenkenden Medikamenten erfasst. Quellen waren Fachberichte und Patientenaussagen zu Nebenwirkungen sowie epidemiologische und mechanistische Studien. Für die Recherchen wurden 7.000 Berichte zu randomisierten kontrollierten Studien und mehr als 2.400 Berichte zu Beobachtungsstudien über die von SAFEGUARD untersuchten Nebenwirkungen und Wirkstoffen ausgewertet.

Aus europäischen und US-amerikanischen Pharmakovigilanz-Datenbanken wurden mehr als 217.000 Fallberichte analysiert, die bereits veröffentlichte Thesen stützen. Anhand von anonymisierten, aus Gesundheitsdatenbanken stammenden Daten von 1,8 Mio. T2DM-Patienten wurden Risikoprognosen zu den zehn Nebenwirkungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen) erstellt.

Mechanistische Analysen im Rahmen von vier klinischen Studien lieferten detaillierten Aufschluss über Inkretin-basierte Therapien - zwei GLP-1-Rezeptor-Agonisten und zwei DPP-4-Inhibitoren. Die mit hochmodernen Techniken durchgeführten Studien ergaben keinerlei negative Effekte auf die Herz-Kreislauf-, Magen-Darm- oder Nierenfunktion.

In einem neuen Ansatz der Datenzusammenführung wurden spezifische statistische Verfahren und geeignete Modelle zur Datenanalyse und Validierung verwendet. In einem einzigen Protokoll werden mit einem standardisierten Datenmodell und analytischer Software Daten aus allen Gesundheitsdatenbanken zusammengeführt.

SAFEGUARD ist mit seinen Ergebnissen von großer Bedeutung für die medizinische Versorgung und Patientensicherheit in Europa und weltweit. Die Projektdaten werden der Europäischen Arzneimittelagentur vorgelegt und veröffentlicht, um die Entscheidungsfindung für Aufsichtsbehörden zu vereinfachen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Typ-2-Diabetes mellitus, Arzneimittelsicherheit, Inkretin-basierter Wirkstoff, Thiazolidindion, Europäische Arzneimittelagentur
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