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Die Bedingungen im Mutterleib wirken sich auf die Gesundheit aus

Die maternalen und perikonzeptionellen Bedingungen spielen eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des Fötus. Durch die Fokussierung auf epigenetische und metabolische Parameter untersuchten europäische Wissenschaftler, wie sich diese auf die embryonale Entwicklung auswirken, um die menschliche Gesundheit insgesamt zu verbessern.
Die Bedingungen im Mutterleib wirken sich auf die Gesundheit aus
Es mehren sich die wissenschaftlichen Beweise dafür, dass die frühen Ereignisse zum Zeitpunkt der Empfängnis und der Befruchtung für die Embryoentwicklung sowie für die weitere Gesundheit und Lebensdauer von größter Bedeutung sind. Abgesehen von maternaler Diabetes und Fettleibigkeit sind ebenfalls assistierte Reproduktionstechniken (ARTs) mit genetischen Veränderungen und Störungen bei der genomischen Prägung in Verbindung gebracht worden.

Die Prüfer des EU-finanzierten Projekts EPIHEALTH (Linking perturbed maternal environment during periconceptional development, due to diabetes, obesity or assisted reproductive technologies, and altered health during ageing) untersuchten den Einfluss der Stoffwechselbedingungen im Bereich des Mutterleibs auf die fötale Entwicklung.

Die Forscher werteten menschliche Microarray-Datenbanken aus, die auf das Blastozystenstadium zurückgehen, um eine differenzielle Expression wichtiger Entwicklungsgene sowie von Signalwegen zu erreichen, die wichtig für die Programmierung der Entwicklung sind.

Es wurde eine Bioinformatikanalyse zu Datensätzen von Patienten durchgeführt, die von Müttern mit einem Diabetes oder über ARTs auf die Welt gebracht worden waren, um die Bedeutung dieser Wege für die Gesundheit und Lebenserwartung vorherzusagen. Untersuchungen an Kaninchen mit Diabetes ergaben, dass Embryos im Blastozystenstadium unter Diabetes ähnlichen Stoffwechseländerungen und einer veränderten Insulinsignalisierung leiden. Dies führt zu Entwicklungsverzögerungen und Föten zeigten Proteinmodifikationen.

Ein wesentlicher Bestandteil der EPIHEALTH-Forschung war Krüppel-assoziierten Box-Zinkfingerproteinen (KRAB), einer Familie von Transkriptionsrepressoren, gewidmet. Es wurde insbesondere deren Bedeutung für frühe entwicklungsbedingte epigenetische Ereignisse untersucht. Die Erkenntnisse wurden mit den Daten der Methylierungsanalyse verglichen, die Personen aus einer breit gefächerten Altersgruppe zwischen 20 und 104 Jahren erfasste.

Viele Personen mit hoher Lebenserwartung (Long-Lived Individuals, LLI), die älter als 90 Jahre sind, zeigen keine altersbedingten Erkrankungen oder ein verzögertes Fortschreiten altersbedingter Erkrankungen. Die EPIHEALTH-Forscher haben eine LLI-Blutbank eingerichtet, um die epigenetischen Profile dieser Personen mit hoher Lebenserwartung miteinander zu vergleichen.

Beobachtungen von ART-Mäusemodellen legen nahe, dass sich ein fortgeschrittenes Eizellenalter auf die fötale Entwicklung auswirkt und dass sich Nachkommen in diesem Zusammenhang tendenziell schneller entwickeln. Die Forschungsergebnisse machen eine weitere Analyse erforderlich, um die ART-Bedingungen beim Menschen zu definieren. Dies wird die Wissensgrundlage für Verbesserungen in der Präimplantationsumgebung darstellen, um künstliche Reproduktionstechiken noch sicherer zu machen und um die langfristige Gesundheit von ART-Säuglingen zu erhöhen.

Das EPIHEALTH-Konsortium wird noch nie zuvor verfügbar gewesene Informationen zum Einfluss der Umgebungsbedingungen im Mutterleib während der embryonalen Entwicklungsphase und zu den biologischen Variationen im Hinblick auf Gesundheit und Erkrankungen bereitstellen. Diese Erkenntnisse könnten genutzt werden, um die Gesundheit zukünftiger Generationen zu verbessern und um die Lebenserwartung des Menschen zu steigern.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Maternale und perikonzeptionelle Bedingungen, Entwicklung des Fötus, epigenetisch, metabolisch, menschliche Gesundheit, EPIHEALTH
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