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Eine paneuropäische Forschungsstrategie fördert Gesundheit von Kindern

Eine EU-finanzierte Studie zur europaweiten Verbesserung der Kindergesundheit erstellt eine europäische Geburtskohorte (European Birth Cohort, EBC) und greift hierfür Daten aus vergangenen und neueren Studien auf. Hintergrund dessen sind Bemühungen zur umfassenden Koordination von Mutter-Kind-Kohorten, um Forschungsergebnisse als Wissensbasis für gesundheitspolitische Entscheidungen zu nutzen.
Eine paneuropäische Forschungsstrategie fördert Gesundheit von Kindern
Das Projekt 'Developing a child cohort research strategy for Europe' (http://www.chicosproject.eu CHICOS)) registrierte 70 europäische Geburtenkohorten mit mehr als 500.000 Eltern und Kindern, in denen aktiv Daten zu Kinderkrankheiten und deren Ursachen erfasst werden, etwa zu Geburtsgewicht, Asthma, Allergien, Krebs im Kindesalter, sozial benachteiligenden Faktoren und riskantem elterlichen Verhalten wie Rauchen oder Alkoholkonsum.

Identifiziert wurden mehrere Wissenslücken wie etwa mangelhafte Datenlage zu Ost- und Südeuropa oder ethnischen Minderheitengruppen. Auch gibt es nur wenige Studien, die die Entwicklung vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter dokumentieren, und es liegen europaweit kaum vergleichbare Ergebnisse zur neuropsychologischen Entwicklung, Ernährungsweise und physischer Betätigung vor.

Einige dieser Wissenslücken konnten geschlossen werden, etwa zu bestimmten Faktoren genetischer Veranlagung, Luftverschmutzung und Asthmaanfälligkeit, für die CHICOS bereits Daten standardisiert hat. Unterdessen wurde demonstriert, dass Daten aus Kohortenstudien koordiniert werden können und damit wesentlich die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in pädiatrische Entscheidungsfindungen fördern.

Somit empfahl das Forscherteam die Einrichtung einer permanenten paneuropäischen Datenbank, die Schlüsselstatistiken zu Kinderkrankheiten und ursächlichen Faktoren umfasst. Grundlage dieser EBC wären sowohl neue und als auch abgeschlossene Kohortenstudien zur medizinischen Überwachung und als Grundlage für neue Forschungen.

Eine solche Datenbank umfasst idealerweise auch neuere Studien zu unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen und verknüpft alle Kohorten, Register und relevanten Daten, die die Umsetzung von Forschungsdaten, die öffentliche Beteiligung und die gesundheitspolitische Entscheidungsfindung fördern.

Mit diesen Empfehlungen hat CHICOS enorm dazu beigetragen, die Geburtskohortenforschung in Europa für die kommenden 15 Jahre zu vereinheitlichen. Neue Methoden sollen die Kommunikation zwischen Forschern, Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern stärken, was medizinische Interventionen insgesamt stimuliert.

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