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Verringerung der Auswirkungen von Terrorakten in der U-Bahn

Unterirdisch geführte Bahnsysteme sind ein wichtiger Teil des städtischen Lebens, sie sind jedoch auch ein potenzielles Ziel für terroristische Aktivitäten, da eine große Wirkung erzielt werden kann. EU-finanzierte Wissenschaftler entwickelten ein feuer- und explosionsbeständiges Fahrzeug, um den Schaden zu minimieren und die Rettung zu erleichtern.
Verringerung der Auswirkungen von Terrorakten in der U-Bahn
Eine erhöhte Sicherheit der breitgenutzten europäischen Metrosysteme ist für die Sicherheit der Passagiere, der Mitarbeiter und der Infrastruktur von höchster Bedeutung. EU-finanzierte Wissenschaftler entwickelten im Rahmen des Projekts "Inherently secure blast resistant and fire safe metro vehicles" (SECUREMETRO) Werkstoffe und neuartige Strukturdesigns für Fahrzeuge, die gegen die üblichen Sprengstoffe und Brandbomben schützen. Der Fokus lag auf einer Eingrenzung der Auswirkungen infolge einer Explosion und auf der Verringerung der Brandschuttmenge, die bei derartigen Ereignissen die Hauptursache für Verletzungen und Todesfälle ist.

Das Projekt SECUREMETRO lieferte eine Vielzahl an Verbesserungen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit von Metrofahrzeugen gegen Explosionen und Feuer. Ein Schutzfilm und eine Verklebung der Scheiben stellen sicher, dass diese sich von der Fahrzeugkarosserie trennen, ohne dabei zu Bruch zu gehen. Halteseile verhindern, dass die Deckenverkleidungen herabfallen, wodurch sowohl Verletzungen als auch eine Blockierung von Fluchtwegen verhindert werden. Eine explosions- und feuerbeständige Beleuchtung, die auf einer Verwendung von Leuchtdioden basiert, wird das Betreten und Verlassen der Personenwagen erleichtern, da Rettungskräfte so hineingelangen können, um Passagieren zu helfen und den Schaden zu begutachten und Passagiere leichter den Weg nach draußen finden können.

Es wurden zwei experimentelle Fahrzeugexplosionstests durchgeführt: einer an einem außer Betrieb gesetzten Fahrzeug der Metro de Madrid und einer am Fahrzeugprototyp aus dem Projekt SECUREMETRO. Die Versuchsergebnisse vom Fahrzeug aus Madrid wurden vollständig analysiert und dokumentiert. Die Daten aus dem letztgenannten Test werden derzeit noch ausgewertet, und die Ergebnisse werden genutzt, um Empfehlungen hinsichtlich optimierter Konzepte für eine Explosionsbeständigkeit an die Industrie abgeben zu können.

Das Projekt bot auch die Chance, das Design des Testaufbaus zu verfeinern. Dazu gehörten die Auswahl und Platzierung von Drucksensoren, um die Effekte von Designveränderungen und von anderen Explosionsarten genau messen und interpretieren zu können. Darüber hinaus formulierten die Wissenschaftler mögliche Verbesserungen bestehender Standards, da es bislang keine gab, die sich speziell mit dem Verhalten von Metrofahrzeugen befassten, die einem Explosionsangriff ausgesetzt sind.

Nach einer Pressemitteilung der Universität von Newcastle wurde in vielen wichtigen Nachrichtenkanälen über das Projekt berichtet, darunter CNN, Sky News und der Discovery Channel. Die Umsetzung der Projektempfehlungen wird dazu führen, dass Menschen und Infrastruktur im Falle einer von Terroristen verursachten Explosion besser geschützt sind und dass Terroristen von künftigen Anschläge abgehalten werden, indem die Auswirkungen und somit die Motivation verringert werden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Security - Transport

Schlüsselwörter

Metrofahrzeug, Explosionstest, Halteseil, Schutzfilm, feuerbeständige Beleuchtung, Drucksensor
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