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Neues zum Krebsrisiko bei Diabetikern

Angesichts des kürzlich entdeckten Zusammenhangs zwischen Insulintherapie und Tumorbildung bei Diabetespatienten untersucht nun eine europäische Studie Risiken der Insulinverabreichung.
Neues zum Krebsrisiko bei Diabetikern
Bei Diabetes ist der Körper nicht mehr in der Lage, hinreichend das für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständige Hormon Insulin zu produzieren oder darauf zu reagieren. Um die Stoffwechselstörung zu behandeln, müssen die Patienten meist lebenslang Insulin oder Insulinanaloga zuführen. Mehrere Studien hatten nun auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Diabetikern hingewiesen, die mit Insulin behandelt werden.

Metaanalysen randomisierter komparativer Studien zu verschiedenen Insulinanaloga waren bislang zu klein angesetzt, um diese Risiken in Zahlen auszudrücken. In Folge dessen forderte die Europäische Arzneimittel-Agentur nachdringlich Studien an, um das erhöhte Krebsrisiko bei Insulinpatienten genauer zu untersuchen.

Das EU-finanzierte Projekt CARING (Cancer risk and insulin analogues) stellte sich dieser Aufgabe, indem zunächst die veröffentlichten klinischen Studien zum Zusammenhang zwischen Krebs und Diabetes geprüft wurden. Anschließend sollte eine länderübergreifende Beobachtungsstudie zum Krebsrisiko beim Einsatz von Insulin(analoga) stattfinden. Ferner wird geklärt, durch welche biologischen Mechanismen es zu diesen negativen Folgen bei der Insulinverabreichung kommt, und inwieweit mögliche Zusatzfaktoren den Einfluss von Insulin auf das Krebsrisiko begünstigen.

Bisher erstellte das Konsortium Protokolle für die Analyse (gemeinsames Studienprotokoll) und die Auswertung der Daten (gemeinsames Datenmodell). Die Daten wurden aus fünf europäischen Ländern (Dänemark, Finnland, Niederlande, Norwegen, Schweden und Vereinigtes Königreich) zusammengetragen. Anhand dieser Datensätze werden auf täglicher Basis die Dosis und Gesamteinnahmezeit des Insulinpräparats dokumentiert. Weiterhin werden Brustkrebsproben auf molekularer Ebene analysiert, um Daten zur Genexpression zu erhalten und genetische Profile zu erstellen.

CARING veröffentlichte bereits mehrere systematische Übersichtsberichte zum erhöhten Risiko verschiedener Tumorerkrankungen bei Diabetes und dem Einfluss von Insulin und Insulinanaloga. Die Studienergebnisse werden wichtige neue Erkenntnisse zur Sicherheit von Diabetesmedikamenten liefern und Entscheidungshilfen für die künftige Regulierung der Insulinnutzung leisten.

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Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Krebs, Diabetes, Insulin, Krebsrisiko, Protokolle, genetisches Profil
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