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Entscheidungsfindungsstudie in Sachen Flughafensicherheit

Die Flughäfen werden durch modelliertes Verhalten des Flughafenpersonals sicherer gemacht. Sicherheitsbeauftragte können so trainiert werden, dass sie verräterische Muster des sozialen Interagierens bemerken und dementsprechend reagieren.
Entscheidungsfindungsstudie in Sachen Flughafensicherheit
Das EU-finanzierte Projekt 'Behavioral modeling for security in airports' (BEMOSA) hat ein System zur Erhöhung der Flughafensicherheit entwickelt. Das Projekt lief von September 2009 bis November 2012. Es waren zehn europäische und ein Partner aus Israel beteiligt. Es verfolgte das Ziel, die Flughafensicherheit mittels gestärkter Fähigkeiten des Sicherheitspersonals beim Erkennen und Reagieren auf Sicherheitsbedrohungen zu verbessern. Im Wesentlichen lief dieses Bestreben darauf hinaus, festzustellen, wie sich Flughafenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in normalen und abnormalen Situationen verhalten, und diese Muster zur Unterstützung der Entscheidungsfindung einzusetzen.

BEMOSA näherte sich dem Problem unter Einsatz kombinierter ethnographischer Beobachtungen, Fragebögen, Interviews und Podiumsdiskussionen an. Man wollten ermitteln, auf welche Weise Sicherheitsentscheidungen getroffen werden, und von wem. Die Untersuchungen im Rahmen des Projekts auf acht europäischen Flughäfen ergaben zahlreiche Probleme. So brechen oder ignorieren bis zu 40 % des Personals die Sicherheitsregeln. 75 % der potenziellen sicherheitsrelevanten Situationen werden als Fehlalarme bewertet. Vertrauen in die Technik war hier ein Hauptfaktor.

Die Projektmitglieder erstellten überdies Typenprofile der Angestellten je nach ihrer Befolgung von Regeln. Diese Informationen könnten in Form von Einstellungs- und Platzierungsstrategien zum Einsatz kommen. Die BEMOSA-Forschung auf Basis von Interviews ergab ein Modell zur Vorhersage des Entscheidungsverhaltens, wobei Entscheidungen eher innerhalb von Gruppen und gemäß informeller sozialer Netzwerke als durch Einzelpersonen getroffen werden. Das Verhalten wurde durch Beobachtungen bestätigt. Das Modell trifft auch andere nützliche Vorhersagen, die in Sicherheitskontexten anwendbar sind.

Mittels dieser Daten erstellte BEMOSA die Grundlage für umfassende Leitlinien für Sicherheitsschulungsprogramme. In diesem kombiniert man Szenariosimulation mit alternativen Schulungsplänen. So wird ein Training realisierbar, das normales und abnormales Verhaltensweisen von Flughafenpersonal veranschaulicht. Die Simulationen versetzen zusammen mit den Resultaten der Modellierung im Lauf der Untersuchungen das Sicherheitspersonal besser in die Lage, Überwachungsinformationen zu interpretieren.

Die BEMOSA-Projektforschung resultierte in der Identifizierung von Interaktionsmustern zwischen Flughafenpersonal und Fluggästen. Die Informationen wurden in Sicherheitstrainingsprogramme einbezogen und unterstützen das Sicherheitspersonal beim besseren Interpretieren von Informationen und beim Treffen besserer Entscheidungen. So wird man zukünftig Fehlalarme reduzieren können und die Zufriedenheit der Passagiere mit der Flughafensicherheit erhöhen.

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Fachgebiete

Aerospace Technology
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