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Anti-Krebs-Medikamente für chronische Entzündungen

Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAID) gibt es schon seit mehr als 100 Jahren, seit der Entwicklung von Aspirin. Allerdings haben sie Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer chronischen Verabreichung, weshalb neuartige Alternativen gebraucht werden.  
Anti-Krebs-Medikamente für chronische Entzündungen
Trotz erheblicher Anstrengungen stellen Autoimmun- und chronisch-entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis eine schwere sozioökonomische Belastung dar. Aktuelle Therapieoptionen sind nach wie vor sehr begrenzt und haben größere Nebenwirkungen, was die bevorstehende Notwendigkeit für neue therapeutische Strategien unterstreicht.

Mit Blick auf dieses Ziel befasste sich das EU-finanzierte Projekt TARKINAID (Targeting Src-family tyrosine kinases in chronic autoimmune and inflammatory diseases) mit Inhibitoren von den Kinasen der Src-Familie, die für ihre Beteiligung an der Entstehung und Progression von Tumoren bekannt sind. Src-Kinasen finden sich auch in Immunzellen und vorläufige Ergebnisse an Versuchstieren lassen darauf schließen, dass sie mit der Entwicklung von entzündlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden könnten.

Forscher identifizierten eine Reihe von Src-Inhibitoren aus kleinen Molekülen mit entzündungshemmenden Eigenschaften und entwickelten eine Reihe von strukturell verwandten Medikamentenkandidaten. Bei In-vitro-Tests erwiesen sie sich als funktionell, indem sie die Immunzellaktivierung hemmten und die Entzündungsreaktionen in einem größeren Ausmaß als der bekannte Tyrosin-Kinase-Inhibitor Dasatinib reduzierten. Dies zeigte den therapeutischen Wert dieser Kandidaten für die künftige Nutzung in der klinischen Arzneimittelentwicklung.

Darüber hinaus demonstrierten die Wissenschaftler neuartige Wirkungen des Anti-Krebs-Mittels Dasatinib an verschiedenen Entzündungskrankheitsmodellen. Dazu gehörten die Abschwächung von Immunkomplex-induzierter Arthritis und Schutz vor Lungenschäden bei akutem Lungenversagen und allergischem Asthma.

Das Konsortium untersuchte auch neue Funktionen der myeloischen Src-Familie-Kinasen - Hck, Fgr und Lyn - bei entzündlichen Erkrankungen. Ihre Bemühungen lieferten wichtige mechanistische Einblicke und identifizierten mehrere andere Komponenten des nachgeschalteten Signalwegs dieser Kinasen.

Insgesamt schlugen die Aktivitäten des TARKINAID-Projekts neue therapeutische Ansätze bei chronisch-entzündlichen und Autoimmunerkrankungen vor. Diese neuen Src-Kinase-Inhibitoren könnten als orale entzündungshemmende Mittel verwendet werden und werden für die Patentanmeldungen eingereicht. Schließlich wird ein besseres Verständnis der Pathogenese von Autoimmun- und Entzündungserkrankungen zu einer besseren Diagnose und neuen therapeutischen Ansätzen in der Zukunft führen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente, Autoimmun, rheumatoide Arthritis, Inhibitor, Src-Kinase, Dasatinib 
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