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Den Handhubwagen neu erfinden

In einer Demonstration der hervorragenden Leistungen der europäischen Industrie wurde der altehrwürdige Handhubwagen völlig neu gestaltet und somit leichter und effizienter als jemals zuvor wiedergeboren. Erreicht wurde das durch den Einsatz neuartiger polymerartiger Materialien.
Den Handhubwagen neu erfinden
Die hohen Kosten für Material, Maschinen und Produkten im Bereich der Fördertechnik haben zu einem beträchtlichen Anstieg der Importe von sowohl Ausgangs- als auch Fertigmaterialien und Produkten aus Asien geführt. Eine Möglichkeit, um diesem Trend entgegenzuwirken, besteht darin, innovative und hochleistungsfähige Materialien und Kunststoffe zu erfinden und daraus Geräte und Produkte zu bauen, die sich von den Billiglohnprodukten aus Asien unterscheiden.

Der Handhubwagen ist ein hervorragendes Beispiel für ein Produkt, das in der EU aus hochwertigen kunststoffartigen Materialien hergestellt werden kann und bedeutende Vorteile gegenüber billigeren Importen zu bieten hat. Das EU-finanzierte Projekt ECOPAT setzte neuartige technische Kunststoffen ein und entwarf einen Handhubwagen, die die Leistung des Fördersektors steigern und die Effizienz erhöhen kann.

ECOPAT untersuchte, auf welche Weise leichtere Polymermaterialien bei der Fertigung von Handhubwagen mit verbesserter Betriebsweise verwendet werden können und berücksichtigte dabei die verzwickte Komplexität dieses trügerisch schlicht aussehenden Wagens, der zum sicheren Warenanheben genutzt wird. Man betrachtete selbstverstärkte Kunststoffe mit einer faserverstärkten Polymermatrix, die eine 3 bis 5-mal so hohe Festigkeit und Steifigkeit wie herkömmlichere Polymere zu bieten haben.

Das Projektteam arbeitete außerdem an der Verringerung des Gewichts, dem Lebenszyklus und den Umweltauswirkungen des Handhubwagens, und man strebte zusätzlich nach einer Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Um diese Ziele zu erreichen, begannen die Projektpartner, die eine komplette Lieferkette bilden, mit der Untersuchung von Polyolefinen, Polyamiden und Polyestern, die für die Anwendung geeignet erschienen. Sie untersuchten außerdem Überlegungen wie Nutzlastkapazität, Bemaßungsabhängigkeiten, Gewicht, Geräusche, Aufbau, thermische Eigenschaften und Sicherheit.

Nach intensiven Experimenten mit verschiedenen Materialien unter Einsatz neuartiger Verfahren (z. B. Induktionsheizung, angewandt auf Formpressen und Spritzgießen) entwickelte das Team den Prototypen eines Handhubwagens. Er wurde unter realen Bedingungen für ein Durchschnittsgewicht von 700 bis 800 kg mit Erfolg getestet und stellte seine Leichtbaueigenschaften, Zugänglichkeit, Wendigkeit und Bedienerfreundlichkeit unter Beweis.

Diese positiven Resultate wurden den Interessengruppen mit Hilfe verschiedener Medien und Veranstaltungen mitgeteilt, womit sich eine Technologie präsentiert, die problemlos verwertet und kommerzialisiert werden kann. Prognosen zufolge wird das neue Handhubwagenmodell im Laufe des dritten Jahres nach der Kommerzialisierung 5,6 % des weltweiten Handhubwagenmarkts erobern. ECOPAT ist ein hervorragendes Beispiel, wie sich auf Grundlage von Leistung und Qualität abgrenzende Produkte einen wertvolle Nischenmarkt für europäische Produkte vereinnahmen können.

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