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Eingehende Analysen zum Effekt von Kinderimpfprogrammen auf die Gesamtsterblichkeit in Afrika

Eine EU-Initiative bewertete kombinatorische Effekte mehrerer Impfstoffe für Kinder auf die Bevölkerungsgesundheit in Afrika, um gesundheitspolitische Maßnahmen für einen besseren Impfungserfolg anzupassen.
Eingehende Analysen zum Effekt von Kinderimpfprogrammen auf die Gesamtsterblichkeit in Afrika
Um den Erfolg medizinischer Interventionen zu bewerten, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in LIC (Ländern mit niedrigem Einkommen) initiiert, werden bestimmte Leistungsindikatoren herangezogen, etwa die Durchimpfungsrate. Solche Indikatoren lassen allerdings nur Vermutungen über die Wirksamkeit von Interventionen und die Krankheitslast zu, statt den tatsächlichen Effekt auf die Bevölkerungsgesundheit darzulegen. Weiterhin haben Impfstoffe und Mikronährstoffe mitunter auch positive oder negative unspezifische Effekte (non-specific effects, NSE) oder interagieren mit anderen Interventionen.

So werden individuelle Daten benötigt, die Effekte medizinischer Interventionen auf die Bevölkerungsgesundheit aufzeigen. Hierzu führte das EU-finanzierte Projekt OPTIMUNISE (Optimising the impact and cost-effectiveness of child health intervention programmes of vaccines and micronutrients in low-income countries) mit Unterstützung durch das Gesundheitsüberwachungssystem HDSS (Health and Demographic Surveillance System) als einer Plattform des INDEPTH-Netzwerks Beobachtungs- und randomisierte Studien zum tatsächlichen Gesamteffekt spezifischer Interventionen auf die Bevölkerungsgesundheit durch.

Die Projektpartner testeten an drei westafrikanischen Standorten NSE von Vakzinen zur Impfung von Kindern wie auch NSE von Vitamin-A-Präparaten. Aus diesen ländlichen und städtischen Regionen wurden mehr als 90.600 Kinder unter drei Jahren in die Beobachtungsstudie aufgenommen. Hierfür wurde ein öffentlich zugängliches Tool zur Datenerhebung und –analyse entwickelt, und an jedem Standort wurden mehrere Nachwuchsforscher im Umgang mit Methoden geschult, um Gesamteffekte dieser Maßnahmen auf die Gesundheit bewerten zu können.

Eine randomisierte Studie zu einem Masernimpfstoff (MV) für Kinder zeigte, dass dieser zwar nicht die Gesamtüberlebensrate, aber die Bildung protektiver Antikörper bei Kindern im Alter zwischen vier und fünf Monaten verbesserte. Weitere Ergebnisse zeigen, dass der NSE beim Lebendimpfstoff OPV (oral polio vaccine) positiv, beim Totimpfstoff DTP (Diphtherie-Tetanus-Pertussis) sowie bei Penta-Impfstoffen für Frauen jedoch negativ sein kann. Weit häufiger als vermutet spielen wiederum geschlechtsspezifische Unterschiede eine Rolle. Für die Überlebensrate waren vor allem Kombination und Zeitplan der Impfungen wichtig, und die Forschung belegte mit der sinkenden afrikanischen Sterblichkeitsrate den Erfolg von OPV- und MV-Kampagnen.

OPTIMUNISE hat damit demonstriert, dass HDSS-Einrichtungen in LIC-Ländern für die kontinuierliche Überwachung und Bewertung von Gesundheitsinterventionen von großer Bedeutung sind. Langfristig kann damit Kindern in LIC ein besserer Impfschutz gegen lebensbedrohliche Krankheiten vermittelt werden.

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Schlüsselwörter

Impfstoffe für Kinder, gesundheitspolitische Maßnahmen, Länder mit niedrigem Einkommen, Masernimpfstoff, unspezifische Effekte, OPTIMUNISE
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