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Sicherer Fliegen mit besserer Eiserkennung

Vereisungen an Flugzeugbauteilen erwecken schwerwiegende Sicherheitsbedenken. EU-finanzierte Wissenschaftler haben ein verteiltes Sensornetzwerk entwickelt, das eine höhere Genauigkeit und bessere Fähigkeiten bei der Eiserkennung, -lokalisierung und -entfernung verspricht.
Sicherer Fliegen mit besserer Eiserkennung
Flugzeuge fliegen durch kalte und feuchte Luft und besonders in niedrigen Höhen kann sich sehr schnell Eis bilden, das Luftströmungen und das Manövrieren stört, was möglicherweise sogar in tödlichen Unfällen enden kann. Kontrollverlust aufgrund von Eisbildung ist ein an Bedeutung gewinnendes Problem, da das zunehmende Verkehrsaufkommen in der Luft die Flugzeuge dazu zwingt, immer mehr Zeit in Warteschleifen in niedriger Flughöhe zu verbringen.

Die derzeit in Anwendung befindlichen Technologien zum Schutz der Flugzeuge vor Vereisung haben etliche Nachteile. Sie sind alle von einer zuverlässigen Eiserkennung abhängig, doch die meisten Sensoren befinden sich nicht direkt in der Nähe von Flächen, an denen sich tatsächlich das Eis ansammelt. Des Weiteren können sie nicht zwischen den verschiedenen Arten von Eis mit seinen Merkmalen unterscheiden, welche das Flugvermögen in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Die Wissenschaftler haben nun eine optische Technologie entwickelt, die auf integrierte und lokalisierte Sensoren in den interessierenden Bauteilen setzt und bei der diese Nachteile überwunden werden. Dabei können sie auf die EU-Finanzhilfe des Projekts "On wing ice detection and monitoring system" (ON-WINGS) zählen.

Der ON-WINGS Sensor kann in jedes Bauteil, auch in die sicherheitskritischen Tragflächen, Rotorblätter oder die Triebwerksgondel, bündig eingebaut werden. Bei ihm kommen optische Fasern zum Einsatz, um Licht in das Eis zu emittieren und das zurückkehrende Licht zu messen. Neuartige Datenmesstechniken ermöglichen die Ermittlung des Vorhandenseins, der Dicke und der Art des Eises. In einem verteilten Netzwerk können mehrere Sensoren zum Einsatz kommen. Eine intelligente Eisschutzsteuerung kann dann einzelne Zonen eines elektrothemischen Eisschutzsystems (Ice Protection System, IPS) aktivieren, um die Effektivität zu verbessern und den Stromverbrauch zu senken.

Die ON-WINGS-Eisdetektionstechnologie stellt im Vergleich zu konventionellen Eisschutzsystemen für kritische aerodynamische Oberflächen eine wesentliche Verbesserung in der Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität dar. Die Vermarktung dieser Technik verspricht maßgebliche Verbesserungen in der Luftverkehrssicherheit, die gleichzeitig einen geringeren Treibstoffverbrauch und Wartungsaufwand, eine höhere Leistung und weniger Emissionen erwarten lassen. So wird gleichermaßen der Beitrag der Luft- und Raumfahrtindustrie zum Klimawandel reduziert.

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