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FP7

PHARMAS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 265346
Gefördert unter: FP7-ENVIRONMENT
Land: Vereinigtes Königreich

Umweltbelastung durch Arzneimittel

Die Besorgnis über die Gesundheits- und Umweltrisiken durch verschiedene verschreibungspflichtige und rezeptfreie pharmazeutische Erzeugnisse nimmt zu. Daher müssen Risikobewertungen für diese Medikamente formuliert werden, um die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu schützen.
Umweltbelastung durch Arzneimittel
Einige Medikamente und deren Metaboliten werden durch die herkömmliche biologische Behandlung nicht entfernt und können in die Wasserversorgung gelangen. Auch wenn die Konzentrationen dieser Pharmazeutika in der Umwelt als gering eingeschätzt werden, sie werfen Fragen in Bezug auf ihre langfristigen Auswirkungen auf Wasserorganismen und Menschen auf.

Trotz der Informationen zum Verhalten von pharmazeutischen Produkten weiß man nur wenig über die Risiken im Zusammenhang mit ihrer unkontrollierten Freisetzung in die Umwelt. Das EU-finanzierte Projekt PHARMAS wollte die Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch bestimmte Arzneimittel bewerten. Das Konsortium wählte einen interdisziplinären Ansatz, um wichtige Daten über die Belastung durch Medikamente in der Umwelt zu generieren.

Basierend auf der Art des Arzneimittels und dem Ausmaß der potentiellen Bedrohung konzentrierten sich die Forscher auf Antibiotika und Antikrebsmittel. Sie definierten die möglichen Risiken einer Reihe von Produkten unter Berücksichtigung der Belastungsszenarien sowie die Auswirkungen der gewählten Produkte auf Organismen.

Anhand von Modellen wurden die wahrscheinlichen Konzentrationen sowohl von Antibiotika als auch von Antikrebsmitteln in europäischen Flüssen vorhergesagt und durch tatsächliche Messungen in Oberflächen- und Trinkwasser bestätigt. Diese Produkte waren für Wasserorganismen nur bei hohen Konzentrationen giftig. Allerdings fanden die Wissenschaftler heraus, dass Grundpharmazeutika durch die Abwasserbehandlung häufig in Teilprodukte abgebaut werden, die im Hinblick auf eine Toxizität nicht gemessen oder untersucht werden können.

Trotz regionaler Unterschiede bei Höhe und Belastung durch Medikamente in der Umwelt kam das Konsortium zu dem Schluss, dass die untersuchten Krebsmedikamente eine sehr geringe Gefahr für die Umwelt und die menschliche Gesundheit darstellten. Die Forscher formulierten ein Klassifikationssystem für Risiken und Gefahren durch Arzneimittel, legten den Schwerpunkt aber auf die Bedrohung durch Antibiotika, da diese Implikation durch antibiotikaresistente Mikroorganismen haben.

Unzweifelhaft wird ein europäisches Klassifikationssystem für Risiken und Gefahren durch Arzneimittel gebraucht, um EU-Politiken ausarbeiten zu können, die die Risiken für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme minimieren. Mit Blick auf Schweden als Beispiel sind die PHARMAS-Partner zuversichtlich, dass durch die Beeinflussung bestehender Konsummuster, indem weniger problematische Stoffe gefördert werden, die Menge der in die Umwelt eindringenden toxischen Arzneimittel und deren Derivate reduziert wird.

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Schlüsselwörter

pharmazeutische Produkte, Risikobewertungen, Umwelt, menschliche Gesundheit, Antibiotika
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