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Entwicklung innovativer Ansätze zur Forensik

Die Tatortmethoden (Crime Scene Techniques, CS) für verschiedene forensische Identifizierungszenarien müssen optimiert und im Sinne einer umfassenden Anwendung durch europäische wissenschaftliche Polizeieinheiten harmonisiert werden. Eine EU-Initiative hat eine Reihe von neuen CS-Methoden, Protokollen und Instrumenten eingeführt, die überall in Europa exakte und zuverlässige Resultate liefern.
Entwicklung innovativer Ansätze zur Forensik
Im Großen und Ganzen zielt das EU-finanzierte Projekt MEPROCS (New methodologies and protocols of forensic identification by craniofacial superimposition) darauf ab, ein gemeinsames EU-Rahmenwerk für einen breitangelegten Einsatz von CS-Techniken bereitzustellen.

Die Forscher begannen mit einer umfassenden Analyse der derzeit bei der forensischen Identifizierung am Tatort eingesetzten Methoden, was einen Bericht ergab, der aktuelle CS-Verfahren, Protokolle und Instrumente beschreibt. Es wurde eine globale Liste der Nutzer, Forscher und Labors erstellt, die an CS-Techniken arbeiten.

Die Partners luden relevante Interessengruppen dazu ein, Teil des Netzwerks zu werden, wodurch MEPROCS sechs neue Mitglieder gewann. So konnten ausgewählte forensische CS-Identifizierungsmethoden schneller umgesetzt werden.

Das Team erstellte etliche Standardprotokolle, um CS-Methoden auf verschiedene forensische Szenarien wie etwa Tatorte, vermisste Personen und Terrorismus anzuwenden. Zu diesem Zweck wurde eine Umfrage zu CS-Methoden, eine Analyse der existierenden Anwendungen von CS-Techniken und der damit verbundenen Verfahren/Protokollen durchgeführt sowie eine Liste von Identifizierungsprotokollen für jedes Szenario erstellt.

Damit die definierten Protokolle ihre Wirksamkeit entfalten, müssen die CS-Methoden zuverlässig sein. Man entwickelte eine forensische Wissenschaftsmethodik, um forensische Identifizierungsresultate durch Verhinderung von Subjektivität und Beseitigung potenzieller Verzerrungen zu bewerten.

Auf Grundlage aller Ergebnisse wurde ein gemeinsames EU-Rahmenwerk für standardisierte kraniofaziale Überlagerungsmethoden erstellt. Zu guter Letzt steht ein detailliertes Handbuch über kraniofaziale Überlagerung kurz vor der Fertigstellung und wird über die Internetseite des Projekts frei verfügbar sein.

MEPROCS brachte die forensische Medizin in neuartige Verfahren für komplexe Fälle ein, die in ganz Europa ohne Einschränkungen zum Einsatz kommen können. Forscher und Praktiker können nun kostengünstigere, schnellere, einfachere und zuverlässigere Ansätze zur korrekten Identifizierung von Verstorbenen nutzen.

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Schlüsselwörter

Forensik, Tatort eines Verbrechens, forensische Identifizierung, kraniofaziale Überlagerung
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