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Die Erkennung und Handhabung von Wurmerkrankungen

Eine Infektion durch parasitäre Würmer, die als Helminthiasis bekannt ist, stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für die europäische Viehwirtschaft dar. Im Rahmen einer EU-finanzierten Initiative wurden Diagnostik-Assays und Prognoseinstrumente zur Linderung deren Auswirkung entwickelt.
Die Erkennung und Handhabung von Wurmerkrankungen
Veränderungen von Umwelt und Klima haben die Epidemiologie und geographische Ausbreitung parasitärer Infektionen bei Wiederkäuern in Europa geändert. In Kombination mit einer zunehmenden Resistenz gegenüber Wurmmitteln stellen Parasiten nunmehr eine große sozioökonomische Bürde dar, da die bestehenden Kontrollmaßnahmen nicht mehr wirksam sind.

Das Ziel des Projekts GLOWORM (Innovative and sustainable strategies to mitigate the impact of global change on helminth infections in ruminants) bestand in der Entwicklung sensibler Techniken mit hohem Durchsatz zur Erkennung und Handhabung von Parasiten in einem frühen Stadium.

Die Mitglieder des Konsortiums erstellten ebenfalls Prognosemodelle, die in der Lage sind, das Krankheitsrisiko vorherzusagen. Diese berücksichtigen geographische und zeitliche Informationen zum Parasitenvorkommen und inwiefern dieses durch Viehwirtschaftspraktiken beeinflusst wird. Die Modelle können ebenfalls zur Beurteilung der Notwendigkeit und Wirksamkeit bestimmter Interventionsstrategien verwendet werden.

Es wurden modernste Techniken angewandt, um immunologische und DNA-basierte Diagnostik-Assays zu entwickeln. Des Weiteren integrierte das Team detaillierte Informationen über die Auswirkungen gastrointestinaler Nematoden- und Leberegelinfektionen sowie klimatischer Einflüsse in das Rahmenmodell.

Eine Untersuchung zur Prävalenz und Ausbreitung von Parasiten wurde verwendet, um parasitologische Daten abzuleiten und diese neben Klima-, Umwelt- und Managementdaten in die geographische Informationssystemdatenbank zu integrieren. Praktische Untersuchungen waren dabei behilflich, die Parasitenausbreitung in ganz Europa zu kartieren.

Zur Beurteilung der Ergebnisse von Wurmmittelbehandlungen wiesen die Projektpartner eine Reihe von Reaktionsindikatoren wie Gewicht, körperlicher Zustand, Milchertrag und Präsenz spezifischer Antikörper aus, damit die Wirksamkeit von Wurmmittelbehandlungen bestimmt werden könnte. Die Ergebnisse zeigen, dass ausgewählte, zielgerichtete Behandlungsansätze die Produktivität von Tieren erhalten und gleichzeitig die erforderliche Behandlungsanzahl wesentlich vermindern könnten.

Die Verringerung von Kosten und zeitlicher Hindernisse bezüglich der Übernahme dieser parasitologischen Tests wird deren Anwendungshäufigkeit in Viehwirtschaftsbetrieben erhöhen. Diese Techniken machten von der bestehenden Laborinfrastruktur Gebrauch und sind somit unmittelbar anwendbar.

Das Hinzufügen eines Online-Tools für die Bestimmung der Wirksamkeit von Antiwurmmittelbehandlungen über einen Reduktionstest bezüglich Fäkalien bei der Eizählung (Faecal Egg Count Reduction Test, FECRT) stellte sicher, dass die Interpretation des FECRT statistisch zuverlässig war. Dies wird Tiermedizinern ermöglichen, qualitativ hochwertige, auf fundierter Wissenschaft basierende Diagnosen zu stellen.

Im Rahmen von GLOWORM wurden Diagnostik-Assays mit einem Modell für die Prognostizierung von Auswirkungen des Klimawandels und -managements auf saisonale Wurminfektionen kombiniert. Die Ergebnisse können dabei behilflich sein, Empfehlungen bereitzustellen, die für das Tagesgeschäft von Viehwirtschaftsbetrieben umgesetzt werden können. Solche evidenzbasierten Entscheidungen werden dazu beitragen, die derzeitige Situation hinsichtlich parasitärer Infektionen von Vieh zu verbessern.

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Schlüsselwörter

Helminthiasis, Infektionen, Vieh, Wirtschaft, Diagnostik-Assays, Wurmmittel
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