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Zur Rolle von HPV beim Kopf-Hals-Karzinom

Europäische Forscher untersuchten den Beitrag des humanen Papillomavirus (HPV) zur Entstehung von Kopf-Hals-Karzinomen (head and neck cancer, HNC). Die Ergebnisse sind von enormer klinischer Relevanz für Prävention, Prognose und Behandlung.
Zur Rolle von HPV beim Kopf-Hals-Karzinom
Die weltweite Gesamtbelastung liegt jährlich bei etwa 700.000 Neuerkrankungen, wobei ein Drittel auf Indien fällt. Alkohol, Rauchen, schlechte Mundhygiene und genetische Veranlagung sind Hochrisikofaktoren für HNC. Inzwischen geht man von einem Zusammenhang zwischen HNC und HPV-Infektionen der Schleimhaut aus. Die Häufigkeit HPV-positiver HNC hängt von der geographischen Region ab, was Umwelt- und/oder Lebensweise als Einflussfaktoren nahe legt.

Ziel des EU-finanzierten Projekts HPV-AHEAD (Role of human papillomavirus infection and other co-factors in the aetiology of head and neck cancer in India and Europe) war es, die Rolle einer HPV-Infektion bei HNC zu klären. Hierfür wurden in großem Umfang Patientenproben aus Europa und Indien gesammelt, ausgewertet und mit epidemiologischen und klinischen Daten abgeglichen.

Den Ergebnissen zufolge sind HPV-Antikörper schon viele Jahre vor dem eigentlichen Infektionsprozess nachweisbar, was sie zu wichtigen prognostischen Markern für ein späteres Oropharynxkarzinom macht. Analysen an HNC-Gewebe auf DNA und RNA des HP-Virus zeigten, dass bei etwa 10-15% aller HNC in Europa eine HPV-Infektion der Schleimhaut stattgefunden hatte, während der Anteil in Indien geringer war. Neben diesem geografischen Zusammenhang entdeckten die Forscher auch, dass die Prognose besser ist bei HPV-positiven als bei HPV-negativen HNC.

Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass der Surrogatmarker einer HPV-Infektion - p16INK4a – in Indien mit einer schlechten Prognose einhergeht. Weitere Marker für HPV-positive HNC sind das SUMO-konjugierende Enzym UBC9 und der Transkriptionsfaktor E2F1.

Obwohl die Häufigkeit von HNC in den Industrieländern insgesamt abnimmt, ist das Karzinom in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen noch immer ein großes medizinisches Problem. Wäre der Zusammenhang zwischen HPV-Positivität und HNC hergestellt, könnte dies die Prognose und möglicherweise auch Behandlung vereinfachen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Kopf-Hals-Karzinom, Humanes Papilloma-Virus, Prognose, Indien, p16INK4a
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