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Management für Innenraumluft

Ein EU-Team hat ein System zur Überwachung der Raumluftqualität entwickelt. Eine Bewertung der heute üblichen Methoden führte zur Erstellung internetgestützter Softwareinstrumente, die Simulationen durchführen und Schätzungen abgegeben können. Das System verschaffte außerdem einen Zeitvorteil.
Management für Innenraumluft
EU-weit überwacht und reguliert man die Qualität der Außenluft. Allerdings kann die Qualität der Luft in den Innenräumen weitaus schlechter sein und Europa verfügt zur Zeit über keine geltenden Normen, was die Überprüfung der Raumluftqualität schwierig und komplex gestaltet.

Das von der EU geförderte Projekt AIRLOG (Integrated platform for intelligent indoor air quality audit management) zielte darauf ab, eine internetgestützte Prüfmanagementplattform für Innenluftqualität zu entwickeln. Die Entwicklung sollte die Kosten senken und dabei gleichzeitig den Prozess der Durchführung von Luftqualitätsprüfungen verbessern und automatisieren. Ein weiteres Ziel bestand darin, die wirksamste Sanierungsmöglichkeit bei Raumluftverschmutzung zu empfehlen. Das System sollte plangemäß ein adaptives Entscheidungshilfesystem (Decision-Support System, DSS) und weitere Module einschließlich eines Simulators integrieren. Das Projekt setzte 18 technische Ziele in Bezug auf Entwicklung, Verbreitung und Nutzung des Systems.

Dokumentation und Analyse des Prüfprozesses fanden in den Anfangsphasen statt. Die Details umfassten den Stand der Technik in der EU sowie die wichtigsten Schadstoffe und Grenzwerte. Das Team stellte für fünf EU-Länder Rechtsvorschriften, Leitlinien und Prozessinformationen zusammen und analysierte diese. Unter Einsatz dieser Daten erstellten die Forscher die AIRLOG-Plattformarchitektur, die auf vier komplementären Ansätzen basiert. Die Arbeit mündete in einem fünfstufigen AIRLOG-Prüfverfahren, das mit vorhandenen Prozessen verglichen wurde.

Anschließend definierte das Team die Architektur für ein Simulationsinstrument einschließlich zweier zusätzlicher Anwendungen. Die Softwareinstrumente waren in der Lage, verschiedene Simulationen auszulösen und Berechnungen für jeden beliebigen Schadstofftyp durchzuführen, obgleich nur die wichtigsten Luftverunreinigungen enthalten waren. Mit Hilfe eines thermischen Modells des menschlichen Körpers konnte man das empfundene Behaglichkeitsgefühl unter verschiedenen thermischen Randbedingungen einschätzen.

Weitere Entwicklungen umfassten die Definition der Architektur für die internetgestützte Managementplattform einschließlich der DSS-regelbasierten Engine.

Das System wurde an einem großen öffentlichen Gebäude in Portugal erprobt. Schulungen kleiner und mittlerer Partnerunternehmen in der Nutzung der Software veranlassten Änderungen.

Durch den Einsatz des fertiggestellten Systems für reale Prüfungen ergab sich eine Zeitersparnis von 20 % für die Feldarbeit und 58 % für die Berichterstellung, was einer Gesamtersparnis von 48 % entspricht. Die Kosteneinsparungen betrugen im Durchschnitt 39 %.

Zusätzlich zu diesen Einsparungen offerierte das AIRLOG-Projekt erhebliches Marktpotenzial und Erträge. Im Endeffekt bedeutet die Arbeit verbesserte Möglichkeiten für Luftqualitätsprüfungen, was gesündere Luft für viele Europäerinnen und Europäer verheißt.

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Schlüsselwörter

Innenraumluft, Luftqualität, Auditmanagement, Prüfmanagement
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