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Schnell und sicher in Fahrt kommen

Die Vulkanisation ist ein chemisches Verfahren, mit dem Kautschuk noch widerstandsfähiger gemacht wird. Ein neuartiger, mit Unterstützung der EU entwickelter Prozessbeschleuniger stellt eine umweltfreundliche Alternative zu dem derzeit verwendeten Karzinogen dar und wird europäischen Herstellern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Schnell und sicher in Fahrt kommen
Beschleuniger auf Basis von Ethylenthioharnstoff (ETU) sind der aktuelle Standard der Industrie zur Beschleunigung des Vulkanisierungsverfahrens. Allerdings wurde ETU von verschiedenen europäischen Behörden für Menschen inzwischen als möglicherweise krebserregend eingestuft. Es wird erwartet, dass der Einsatz dieses Stoffs von der EU in naher Zukunft eingeschränkt oder verboten werden wird.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Kautschukbranche werden besonders stark betroffen sein, vor allem angesichts des steigenden Wettbewerbs aus asiatischen Ländern mit weniger strengen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften. Ein großes Konsortium nutzte die Investition der EU, um einen sicheren Ersatzstoff für ETU zu finden. Im Rahmen des Projekts SAFERUBBER entwickelten Wissenschaftler eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative.

Der Zusatzstoff "SRM102" wies zahlreiche bedeutende Vorteile auf. Mit SRM102 hergestellte Chloropren-Kautschuke verfügen über ein verbessertes Fließverhalten und können somit deutlich leichter in Formen gefüllt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, sowohl die eingesetzte Kautschukmenge als auch den verbundenen Ausschuss zu verringern. Zusätzlich kann der Anteil von Zinkoxid, einem Vulkanisierungsaktivator, gesenkt werden.

Die Optimierung von SRM102 könnte auch die Aushärtungsdauer verkürzen, wodurch Zeit und Energiekosten eingespart würden. Proben von Algen, die mit SRM102 kultiviert wurden, legen nahe, dass der Stoff ungiftig ist.

Die Herstellung von Chloropren-Kautschuk unter Verwendung von SRM102 wurde in fünf Fabriken in drei Ländern getestet. Die Wissenschaftler stellten fest, dass mit dem neuen Zusatzstoff gleichwertige oder bessere Ergebnisse als mit ETU-haltigen Verbindungen erzielt wurden. Durch Kautschuk-Herstellungsprüfungen wurde belegt, dass SRM102 als Ersatzstoff für ETU denkbar ist.

Obwohl die technische Tauglichkeit ausschlaggebend ist, hängt die Kommerzialisierung von der Profitabilität ab. Da der benötigte Prozentsatz von SRM102 in der Kautschukmasse mit dem von ETU vergleichbar ist, wird erwartet, dass sich der neue Zusatzstoff nur minimal auf die Gesamtproduktionskosten auswirken wird.

Durch SAFERUBBER wurde eine sichere und kosteneffektive Alternative für den krebserregenden Vulkanisationsbeschleuniger ETU bereitgestellt. Dies wird für die zahlreichen europäischen KMU dieser Branche einen gewaltigen Vorteil bedeuten. Die Technologie wird sie dabei unterstützen, der zunehmenden Konkurrenz aus asiatischen Ländern zu begegnen, die weniger von entsprechenden Vorschriften betroffen ist.

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Schlüsselwörter

Vulkanisation, Kautschuk, Prozessbeschleuniger, Karzinogen, Ethylenthioharnstoff, Zusatzstoff, SRM102, Chloropren, Chloropren-Kautschuk, Zinkoxid
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