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Dritter Dialog EU-Japan zu Industriepolitik und Zusammenarbeit im industriellen Bereich

Der dritte Dialog zwischen der EU und Japan zu Industriepolitik und Zusammenarbeit im industriellen Bereich fand am 19. Juni 1995 in Brüssel statt. Er stand unter der Leitung von Yoshihiro Sakamoto, dem für internationale Angelegenheiten zuständigen stellvertretenden Minister ...
Der dritte Dialog zwischen der EU und Japan zu Industriepolitik und Zusammenarbeit im industriellen Bereich fand am 19. Juni 1995 in Brüssel statt. Er stand unter der Leitung von Yoshihiro Sakamoto, dem für internationale Angelegenheiten zuständigen stellvertretenden Minister im MITI, und Stefano Micossi, Generaldirektor für Industrie bei der Europäischen Kommission.

Seit seiner Einrichtung im Jahre 1993 erlaubt dieser Dialog zwischen dem MITI und der Kommission beiden Seite ein enges Zusammenwirken bei der Initiierung und Fortführung von Programmen, mit denen Geschäftskontakte zwischen Unternehmen aus der EU und Japan entwickelt und Angelegenheiten der Industriepolitik, wie z.B. ordnungspolitische Fragen, besprochen werden sollen.

Während des nunmehr geführten Dialogs wurde die zunehmende FuE-Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft der EU und Japans begrüßt und die Bedeutung der Entwicklung von Austauschmöglichkeiten unterstrichen. Die Teilnehmer überprüften die bestehenden Stipendienprogramme, in deren Rahmen europäische Forscher und Ingenieure an Laboratorien und Unternehmen in Japan entsandt werden. Einigung wurde darüber erzielt, Beratungen über ein Programm mit der Bezeichnung "Vulcanus" zu beginnen, das besonders qualifizierten japanischen Studenten eine Ausbildung in der europäischen Industrie ermöglichen soll.

Beide Seiten äußerten sich anerkennend über die positiven Ergebnisse der Programme für industriellen Zusammenarbeit zwischen der EU und Japan auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik und der Kraftfahrzeugteile. Neben der weiteren Unterstützung für diese Programme wollen sie auch neue Initiativen zur Zusammenarbeit unterstützen, wie sie in derMotorrad-und der Baumaschinenbranche unternommen wurden.

Die Vertreter des MITI und der Kommission beschlossen angesichts des zehnten Jahrestags seines Bestehens eine umfassende Überprüfung des Zentrums für industrielle Zusammenarbeit. Der Haupttätigkeitsbereich des Zentrums liegt bisher auf dem Veranstalten von Ausbildungskursen für Unternehmensführungskräfte aus der EU und einem Informationsdienst zu Japans Industriestruktur sowie den allgemeinen Marktbedingungen in Japan.

Als viertes großes Thema besprachen die Seiten die Industriepolitik und gingen dabei auf eine Reihe von Themen ein, zu denen die Förderung der ausländischen Direktinvestitionen in Japan, Fragen der Normen und Vorschriften, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und die Wachstumsmärkte gehörten. Beide Seiten äußerten sich mit Befriedigung über die Arbeit der gemeinsamen Arbeitsgruppe, die von der GD III und dem MITI in Vorbereitung der G-7-Konferenz vom Februar 1995 für den Austausch von Ansichten zur Entwicklung der Informationsgesellschaft eingesetzt worden war.

Sie einigten sich auf die Einsetzung einer Arbeitsgruppe für Normen und Qualität, deren Aufgabe die Erörterung von Harmonisierung, Konformitätsbeurteilung und Qualitätsmanagement sein soll. Eine Arbeitsgruppe zur Biotechnologiepolitik ist bereits eingerichtet worden. Sie dient als Forum für eingehende Konsultationen zur Entwicklung einer Bioindustrie, die sowohl umweltfreundlich als auch der Gesundheit des Menschen zuträglich sein soll. Zur Festigung der Beziehungen zwischen der GD III und dem MITI sowie zur Sicherung gegenseitiger Vorteile wird die Arbeitsgruppe zur Biotechnologiepolitik ein breites Spektrum bedeutender, mit Biotechnologie und Bioindustrie zusammenhängender Fragen beraten und Ansichten dazu austauschen.

Yoshihiro Sakamoto und Stefano Micossi bekräftigten ihre Absicht, den Ergebnissen des zweiten Round Table von Industrievertretern der EU und Japans große Aufmerksamkeit zu schenken. Ziel dieser Veranstaltung, die am 9. und 10. November 1995 in Brüssel stattfindet, ist es Empfehlungen an staatliche Behörden auf beiden Seiten zu erarbeiten und Erfahrungen aus der Wirtschaft auszutauschen, um auf diese Weise die Beziehungen zwischen Industrieunternehmen in Europa und Japan zu festigen.Der nächste Dialog zwischen der EU und Japan findet 1996 in Tokio statt.

Quelle: Europäische Kommission, Dienst des Sprechers
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