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Auruf zu Vorschlägen: Förderung und Erhalt regionaler oder Minderheitssprachen und -kulturen

Art der Ausschreibung: Dienstleistungsauftrag;
Vergabestelle: Europäische Kommission, GD XXII (Allgemeine und berufliche Bildung, Jugend);

Beschreibung: Der folgende Text wurde auszugsweise aus der ECHO-Datenbank TED (Tenders Electronic Daily) übernommen. Einzelheiten sind TED, dem Amtsblatt oder den anzufordernden Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen:

Die Europäische Kommission, GD XXII, hat eine offene Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen zu Aktionen zur Förderung des Schutzes und zum Erhalt der regionalen und Minderheitssprachen und -kulturen in der Europäischen Union veröffentlicht.

Im Hinblick auf eine Europäische Union, die die sprachliche und kulturelle Vielfalt respektiert, hat das Europäische Parlament eine Reihe von Entschließungen verabschiedet, deren Ziel das Ergreifen von Maßnahmen zugunsten der regionalen oder Minderheitensprachgemeinschaften ist.

Entsprechend diesen Entschließungen führt die Kommission eine Aktion zugunsten der regionalen oder Minderheitensprachen und -kulturen durch. Sprachen, die von dieser Haushaltslinie profitieren können, sind einheimische und traditionell von einem Teil der Bevölkerung eines Mitgliedstaates der Europäischen Union gesprochene Sprachen. Diese Definition schließt weder Sprachen von Einwanderern noch künstlich geschaffene Sprachen ein.

Im Hinblick auf die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten und auf die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips sind Maßnahmen ausgeschlossen, die politische oder rechtliche Auswirkungen haben.

Hauptziele der Aktion sind folgende:

- Förderung von Initiativen auf dem Gebiet der Bildung, der Kultur und der Medien;
- Schutz und Förderung der regionalen oder Minderheitensprachen und -kulturen;
- Stärkung der europäischen Dimension und Anregung der Zusammenarbeit zwischen all denjenigen, die für den Erhalt und die Förderung der erwähnten Sprachen und Kulturen arbeitejn;
- Verbesserung des Informationsaustausches und des Erfahrungstransfers;
- Systematisierung, Verbesserung und Förderung des Unterrichts der regionalen oder Minderheitensprachen in allen Bereichen der Bildung, von der Vorschule bis zur Erwachsenenbildung.

In den Grenzen der zur Verfügung stehenden Mittel sind Aktivitäten und Projekten in folgenden Bereichen vorrangig:

- pädagogische Pilotprojekte auf den verschiedenen Unterrichtsebenen;
- Lehrererstausbildung und -weiterbildung, Erwachsenenbildung;
- Veröffentlichungen für Kinder und Erwachsene;
- Erstellung von Lehrmaterial;
- Arbeiten zur Standardisierung der Sprache, Lexikographie, Terminologie;
- Forschung und Umsetzung der Ergebnisse;
- Konferenzen, Kolloquien, Seminare;
- kulturelle Veranstaltungen;
- Verwendung der Sprachen in den Medien: Produktion von Filmen, Videos, Radio- und Fernsehsendungen;
- Informationsnetze und Dokumentationszentren;
- Treffen von Sprechern derselben Sprache aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union. Das Treffen muß einen kulturellen Inhalt haben und der Förderung und dem Erhalt der Sprache dienen.

Da die Mittel begrenzt sind und in diesem Bereich eine große Nachfrage besteht, trifft die Kommission nach folgenden Kriterien eine Auswahl:

- a. die europäische Dimension: Projekt, an dem mindestens zwei Sprachgemeinschaften oder Mitgliedstaaten teilnehmen oder das einen Erfahrungs- oder Wissenstransfer von einer Region zur anderen zur Folge haben kann.
- b. Vervielfältigungseffekt:
* das Projekt steht in Verbindung mit anderen in Durchführung befindlichen Projekten und Initiativen oder hat dauerhafte und weitreichende Auswirkungen;
* die in Betracht gezogenen Nutznießer arbeiten an der Sprachplanung, gehören zu Forschungszentren oder zu ehrenamtlich geführten Institutionen oder Organisationen, deren Ziel die Förderung von regionalen oder Minderheitensprachen ist;
* das Projekt verwendet die modernsten Mittel für die Erstellung von Lehrmaterial und für die weite Verbreitung der Information (neue Informations-, Kommunikations- und Unterrichtstechnologien);
- c. die Dringlichkeit: das Projekt betrifft eine sensible Region oder örtlich begrenzte Gemeinschaft;
- d. die Qualität und die Präsentation der Bewerbung:
* das Projekt ist innovativer Natur und von großer Qualität;
* das Projekt ist vernünftig organisiert, und zwar vor allem im Hinblick auf die Bindung von teilnehmenden Einrichtungen, auf reale und durchsichtige Verwaltungsstrukturen, klare Koordinierungsbestimmungen, Arbeitsprogramme und einen genauen Kostenplan;
- e. Kosten-Nutzen-Verhältnis: das Verhältnis und die Höhe der beantragten Finanzierung sind vernünftig, angemessen und gerechtfertigt.

Im allgemeinen sind diese Kriterien kumulativ. Sie sind nicht unbedingt alle anwendbar; es hängt von der Art des Projektes und den Umständen ab, ob diese Kriterien in Erwägung gezogen werden.

Die Kommission beabsichtigt, nur Teile der Finanzierung zu übernehmen, da die Hilfe der Gemeinschaft die eigenen Beiträge und/oder nationale, regionale und lokale Beihilfen ergänzt und unterstützt.
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