Vision 2020 für die europäische Luft- und Raumfahrt
Die Initiative geht auf die Empfehlungen einer besonderen Beratungsgruppe zurück, die im letzten Frühjahr einen Bericht vorlegte, nach dem die europäische Luft- und Raumfahrt von der Definition einer gemeinsamen Vision für die verschiedenen Beteiligten profitieren würde.
Die Gruppe hat sich am 10. Oktober erstmals getroffen und erarbeitet nun einen Bericht, der auf der Luft- und Raumfahrt-Konferenz der Kommission im Januar 2001 vorgelegt wird.
"Die Mitglieder der Busquin-Gruppe sind für ihren Auftrag äußerst qualifiziert, sie besitzen profunde Kenntnisse der unterschiedlichen Sektoren der Branche und eine unvergleichliche Erfahrung bei der globalen Zusammenarbeit", so die Kommission. Außerdem müssten ihre Pläne aufgrund der langen Vorlaufzeiten, die für die Forschung und Entwicklung und die Fertigung in der Luft- und Raumfahrtindustrie charakteristisch sind, auf das Jahr 2020 und darüber hinaus angelegt sein.
Neben ihrer Funktion als Säule des europäischen Luftverkehrssystems und lebenswichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens und der Freizeitindustrie in Europa erzielt die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie einen Jahresumsatz von mehr als 60 Milliarden Euro und beschäftigt 420.000 Arbeitnehmer direkt und weitere 800.000 indirekt in anderen Branchen. Die Luft- und Raumfahrt ist Europas führender Exportsektor und, so die Kommission, "ein entscheidender Faktor für die wissensbasierte Wirtschaft, die der Schlüssel für den zukünftigen Wohlstand Europas darstellt. Die Branche ist technisch innovativ; sie investiert durchschnittlich 15 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und ist in ihren Produkten, Dienstleistungen und Entwürfen sowie in der Herstellung primärer Anwender fortschrittlicher Technologien."
Es handelt sich dabei auch um ein erstklassiges Beispiel dafür, wie europäische Forschungsanstrengungen erfolgreich im Sinne des von Forschungskommissar Philippe Busquin vertretenen europäischen Forschungsraums zusammengefasst werden können: etwa 30 Prozent der öffentlich geförderten zivilen Forschung auf europäischer Ebene erfolgt mittlerweile unter den Rahmenprogrammen der EU.
Bei den Mitgliedern der Gruppe handelt es sich um:
- Pedro Arguelles
- Manfred Bischoff
- Philippe Busquin (Vorsitzender)
- Francisco Calpardo
- B.A.C. Droste
- Walter Kröll
- Jean-Luc Lagardere
- Alberto Lina
- John Lumsden
- Denis Ranque
- Soren Rasmussen
- Paul Reutliner
- Ralph Robins
- Helena Terho
- Arne Wittlöv
- John Weston