Radioaktive Strahlung und Schilddrüsenkrebs
Die deutliche Zunahme von Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern in Gebieten, die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl radioaktivem Niederschlag ausgesetzt waren, hat die Notwendigkeit aufgezeigt, zu einem besseren Verständnis des Zusammenhangs von Strahlungsbelastung und dem Auftreten von Schilddrüsenkrebs zu gelangen.
Das wesentliche Ziel dieses ersten internationalen Seminars ist es, den Zusammenhang zwischen radioaktiver Strahlung und der Schilddrüsenzelle zu beschreiben, von deren Zusammenwirken die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung abhängt. Die Veranstaltung wird die neusten Ergebnisse der Studien über die Auswirkungen von Tschernobyl berücksichtigen, diese jedoch in den weiteren Kontext anderer Erfahrungen mit strahlungsinduzierten Schilddrüsenkarzinomen stellen.
Zum Programm des Seminars gehören Veranstaltungen zu folgenden Themen:
- Schilddrüsendosimetrie für radioaktives Jod;
- Das Auftreten von Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern nach dem Tschernobyl-Unfall in Belarus, der Ukraine und der Russischen Föderation;
- Pathologische, molekulare und zytogenetische Analyse strahlungsbedingter Schilddrüsentumore;
- Tumor-unterdrückende Gene und Onkogene in Schilddrüsenkrebs;
- Schilddrüsenkrebsbehandlung und -vorbeugung nach aufgetretener Strahlungsbelastung;
- Epidemiologische Untersuchungen von Schilddrüsenkrebs nach aufgetretener Strahlungsbelastung;
- Reaktorunfälle, radioaktives Jod und Schilddrüsenkrebsrisiko;
- Offenes Forum mit den Wissenschaftsmedien.
Es stehen begrenzte Mittel zu Verfügung, um junge Wissenschaftlern bei der Finanzierung der Seminarteilnahme zu unterstützen. Förderfähig sind Wissenschaftler, die nicht älter als 35 Jahre sind und ihren höchsten akademischen Abschluß 1991 oder später erreicht haben. Sie müssen sich außerdem in einem gegenwärtigen Arbeitsverhältnis als graduierte Studenten, Inhaber von Forschungsstipendien oder wissenschaftliche Mitarbeiter befinden und Forschungsarbeiten im Bereich der Strahlungsbiologie oder einem für das Seminarthema relevanten Bereich durchführen. Förderungsanträge sind bis zum 1. Dezember 1997 an das wissenschaftliche Sekretariat zu stellen.
Weitere Informationen sind erhältlich von:
Europäische Kommission
GD XII - Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Dr. A. Karaoglou
Referat XII/F-6 - Strahlenschutzforschung
200 rue de la Loi (MO75 4/14)
B-1049 Brussels
Tel. +32-2-2954956; Fax +32-2-2966256