Diagnose und Therapie von Strahlenschäden
Menschen können sowohl bei der medizinischen Behandlung von Krebserkrankungen als auch unbeabsichtigt hoch strahlenbelastet werden, so z.B. bei Störfällen in Kernenergieanlagen, durch Strahlengeräte, und bei Verwendung ionisierender Strahlen in der Industrie. Eine hohe Belastung verursacht Strahlenschäden, insbesondere eine Unterdrückung der Knochenmark- und Immunfunktionen, sowie Schäden des Magen-Darm-Kanals und andere Organschäden. Bei Unfallbelastungen findet häufig eine nichthomogene oder teilweise Belastung des menschlichen Körpers statt, wobei insbesondere einzelne Hautpartien hoch und gelegentlich extrem belastet werden. Die Diagnose muß schnell erfolgen, und es muß eine Strategie für die Therapie zur Behandlung der akuten Symptome entwickelt werden, die gleichzeitig Spätschäden verhindert. Bei der Entwicklung der therapeutischen Strategien wurde die Knochenmarkverpflanzung inzwischen weitgehend durch Therapie mit Wachstumsfaktoren ersetzt, auch wenn der Wirkungsgrad von Wachstumsfaktoren bis jetzt noch nicht umfassend bestimmt werden konnte. Mit Sicherheit kann jedoch eine hämatopoetische Stammzellenverpflanzung nach Belastung mit höheren Strahlendosen u.U. lebensrettend wirken.
Die Konferenz soll sich mit dem Fortschritt im Bereich der Frühdiagnose befassen. Der Schwerpunkt soll dabei auf molekularen Methoden unter neuen therapeutischen Verhältnissen liegen, z.B. der hämatopoetischen Wachstumsfaktor-Therapie, die im Verlauf der letzten zehn Jahre verfügbar geworden ist, sowie auf neueren Fortschritten im Bereich der Stammzellenbiologie, der ex vivo Expansion und der Verpflanzung. Außerdem sollen neuartige Methoden zur Diagnose und Therapie von Magen- und Darmschäden und von Hautschäden, die Langzeitbeobachtung von strahlengeschädigten Patienten und die Wirkung chronischer Strahlenbelastung behandelt werden.
Auf dem Seminarprogramm stehen Sitzungen mit folgenden Themen:
- Molekulare und zelluläre Ereignisse, die den Verlauf bei Schäden durch ionisierende Strahlung bestimmen;
- Biologische Dosimetrie;
- Behandlung des Knochenmarksyndroms;
. Wachstumsfaktoren und ex vivo Expansion;
. Knochenmark im Vergleich zu Rückenmark-Stammzellen und Gewebetypisierung;
- Infektionen, Sepsis, Wiederherstellung der Immunreaktion;
- Diagnose und Therapie des Hautsyndroms;
- Diagnostische Handhabung von Magen-Darm- und anderen akuten Organschäden;
- Langzeitbeobachtung von Strahlengeschädigten, Organ-Spätschäden;
- Längere oder chronische Belastung;
- Entwicklung von Protokollen für die Praxis bei der Behandlung akuter Strahlenschäden;
- Klinisches Sonderseminar über Wachstumsfaktoren: Ergebnisse und klinische Versuche.
In begrenztem Umfang stehen Mittel für die Unterstützung junger Forscher zur Verfügung, um ihnen die Teilnahme an der Konferenz zu ermöglichen. Antragsteller dürfen höchstens 35 Jahre alt sein und müssen ihre höchste Qualifikation 1991 oder später erworben haben und zur Zeit als Student mit Hochschulabschluß, postdoktoraler Stipendiat oder assoziiertes Mitglied eines Forschungsteams auf einem Gebiet arbeiten, das für das Konferenzthema relevant ist. Anträge auf finanzielle Unterstützung müssen vor dem 1. April 1998 bei der Kommission vorliegen.
Auskünfte über das Anmeldeverfahren und die Zahlung erteilt:
Europäische Kommission
GD XII - Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Dr. A. Karaoglou
Referat XII/F-6 - Strahlenschutz-Forschung
rue de la Loi 200 (MO75 4/14)
B-1049 Brussels
Tel. +32-2-2965415; Fax +32-2-2966256
E-mail: Anna.Karaoglou@ec.europa.eu